Jack Frost - Mélaina Cholé

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VÖ: 18.12.2015
Bandinfo: Jack Frost
Genre: Doom Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

An sich ja unverständlich. Österreichs Dark Metal Export #1 JACK FROST veröffentlicht sein bislang schon achtes Studioalbum und feiern damit auch gleichzeitig Review-Premiere auf stormbringer.at. Besser spät als nie gilt auch hier, denn was JACK FROST auf „Mélaina Cholé” so abliefern ist ohne Frage von internationaler Klasse, die nicht nur ob der einzigartigen Stimme von Fronter Phred Phinster vollends überzeugen kann, sondern auch ob des musikalischen Grundteppichs voller Schwermut, Tristesse und Fragilität seinesgleichen sucht.

Dreh- und Angelpunkt bei diesem in Noten gegossenen Depri-Statement ist natürlich der finstere Fred, der von einem JOHNNY CASH über den VILLE VALO bis zum PETER STEELE alles drauf hat und sich auch die ein oder andere Note von „Mélaina Cholé”-Produzent Michelle Darkness abgeschaut hat.

Das Faszinierende an „Mélaina Cholé” ist ja der Umstand, dass sich JACK FROST trotz manchmal auftauchender lieblicher Melodiebögen nie hinreißen lassen in den sinnentleerten Kitsch abzudriften. Bestes Beispiel ist das vor Tragik nur so strotzende „No Place in the Sun“, welches trotz zuckersüßem Refrain immer diese notwendige Düsterness und Doom-Lastigkeit mitbringt um sich erfolgreich gegen jegliche kommerzielle Trends abzugrenzen.

Aber auch der Rest des Acht-Trackers kann vollends überzeugen: „She Must Come Down“ mit all seinen grenz-genialen TYPE O NEGATIVE-Verzweigungen, „Again and Again and Again”, welches die depressive Note von END OF GREEN mit der süß-klebrigen VILE VALO-styled Happyness vereint und das Ganze als fett nach vorne drückenden Doom-Batzen in Szene setzt, sowie die an sich sowieso omnipräsenten JOHNNY CASH-Vibes, welche jedoch gerade in „Like Icons We Fall“ aber auch „Half A Man“ besonders hervorgehoben gehören.

Ohne Getöse, immer schön finster, bewegende Storys aus dem Leben erzählend schicken sich JACK FROST an uns gegen Ende des Jahres noch ein absolutes Highlight unter den beleuchteten Baum zu platzieren. Schöner kann man kaum mehr seine leidvollen, vom gescheiterten Lebenspassagen gezeichneten Erfahrungen musikalisch umsetzen.

Somewhere Between Doom Metal, New Wave And Johnny Cash



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Reini (09.12.2015)

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