ACID DEATH - Hall Of Mirrors

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VÖ: 10.09.2015
Bandinfo: ACID DEATH
Genre: Death Metal
Label: 7hard
Lineup  |  Trackliste

ACID DEATH sind Urgesteine des griechischen Prog Death Metals. Eigentlich. Konnte man das Vorgängerwerk “Misled“ noch eher in diese Schublade stecken, so fällt es einem spätestens bei “Hall Of Mirrors“ schwer, eine Empfehlung an Fans von DEATH, CYNIC auszusprechen. “Hall Of Mirrors“ pendelt eher zwischen Thrash Metal und auch immer häufiger Death Metal der schwedischen Prägung. Und um alles noch etwas schwerer fassbar zu machen, inkludiert man mitunter voller Motivation scheinbar schwer in dieses Korsett passende Elemente. Sollte man denn "progressiv" im eigentlichen Sinn des Wörtchens verstehen, dann macht auch diese Bezeichnung wieder Sinn.

Doch fernab von terminologischem Chaos lässt sich feststellen, dass sich ACID DEATH bemühen, eine interessante und abwechslungsreiche Musik zu kreieren. Die Musiker sind Profis und beherrschen ihre Instrumente. Dies macht sie noch nicht zwangsläufig zu guten Komponisten, doch auch diese Kunst beherrschen Savvas Betinis und seine Kollegen. Wenn man z.B. “Mental Slime“ hört, wird es klar, welche Zielgruppe die Band nicht hat. Musik zwischen Old-School-Death und sägenden, modernen Riffs ist eben nicht jedermanns Sache und wenn dann “Truth Revealed“ eher in Richtung “Thrash'n'Roll“ schielt, “Life And Death“ sogar Klargesang inkludiert und “Planes Of The Eternal Dead“ eher an IN FLAMES denn an DEATH erinnert, wird dem Hörer natürlich einiges abverlangt. Somit lässt sich feststellen, dass (Sub-)Genrepuristen mit “Hall Of Mirrors“ keine Freude haben werden.

Doch was nun wie eine negative Kritik an der Band klingt, ist eigentlich nicht als solche gemeint. Selbstverständlich bewegt man sich zwischen den Stühlen und wird sich von einigen Hörern Orientierungslosigkeit vorwerfen lassen müssen. Doch die Qualität des Songmaterials ist nicht zu verachten. “Taste Of The Erratic“, “Life And Death“, der Ausflug in doomige Gefilde namens “Ghostship“, sowie das knackige “Truth Revealed“ sind ganz einfach gute Songs, auch wenn sie kaum miteinander zu vergleichen sind. ACID DEATH sollten für den Versuch, eine frischere Herangehensweise zu wählen, nicht bestraft werden. “Hall Of Mirrors“ gefällt mir aufgrund des Abwechslungsreichtums besser als “Misled“ und stellt ein interessantes Werk dieser routinierten Band dar. In diesem Sinne: Well done, ACID DEATH!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (16.12.2015)

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