Hatesphere - New Hell

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VÖ: 20.11.2015
Bandinfo: Hatesphere
Genre: Thrash Metal
Label: Massacre Records
Lineup  |  Trackliste

Es grenzt an einer Wunderheilung, dass HATESPHERE heute überhaupt noch Relevanz besitzen, denn als "Serpent Smiles And Killer Eyes" und "To The Nines" noch aktuell waren, ist das dänische Deathrash-Battalion aufgrund fader Leistungen im grauen Mittelmaß verschwunden, was in Anbetracht der heftig ballernden Vorgänger durch und durch erschreckend war. Wie auch immer die Jungs es geschafft haben: Seit "The Great Bludgeoning" und insbesondere dem zuletzt erschienenen "Murderlust" sind sie wieder voll in der Spur - auch, weil sie sich endlich kleinere Soundexperimente zugetraut haben, die Frische in's Konstrukt gebracht haben. Mit dem im vergangenen November veröffentlichten "New Hell" wollen HATESPHERE wieder genau da ansetzen, wo sie 2013 aufgehört haben.

Den Schwung nutzen sie bereits in "The Executioner" beispiellos und machen mit einem Mix aus Uptempo-Salven und eingestreuten Groove-Attacken keine Gefangenen, sondern bringen ausschließlich Tote hervor. Ist die Drehzahl einmal auf Anschlag, sind HATESPHERE bekanntlich nur schwer zu stoppen und schüren mit dem melodischen Walzer "Lines Crossed Lives Lost", vor allem aber auch mit dem zunächst fast elegischen "Head On A Spike" nach. Letzterer Song ist gleichzeitig auch ein Musterbeispiel für die Entwicklung der Band, die sich sowohl hier wie auch im später folgenden "Master Of Betrayal" in den atmosphärischen Momenten abzeichnet und das Material größtenteils vor Eindimensionalität abschirmt.

Im Falle von "The Longest Haul" gelingt das den Dänen anschließend leider nicht, denn hier verlieren sich Esben Hansen und Co. zu sehr in ihrem auf Abwechslungsreichtum forcierten Songwriting, plätschern dadurch vier Minuten vor sich hin und verpassen einfach den richtigen Moment, dem gelungenen Einstieg die Krone aufzusetzen. Immerhin können der zweiminütige Melo-Death-Kracher "Your Sad Existence", das hervorragend postierte Interlude "On The Shores Of Hell" und auch der Titeltrack (die in dieser Reihenfolge wohl besten Stücke des Albums) dann einen furiosen Schlussspurt einläuten, der stilsicher den gewohnten HATESPHERE-Kosmos auslebt und mit der zähflüssigen grauen Masse im positiven Sinne sein düsteres Ende findet.

Fans der Truppe dürfen also auch hier wieder bedenkenlos zugreifen und Liebhaber angethrashten Todesstahls zumindest einen Durchgang anvisieren. Wobei letztere HATESPHERE aufgrund ihrer zuletzt wieder deutlich angestiegenen Formkurve ohnehin wieder auf dem Monitor haben sollten. So gelingt es "New Hell" wie schon seinen Vorgängern, bis auf kleinere Ausnahmen mit Qualität von sich reden zu machen. Das auf Maß gegossene Artwork von Niclas Mortensen tut zur Abrundung des Gesamtwerks sein Übriges.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (24.12.2015)

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