SUNRISE - Absolute Clarity

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VÖ: 19.01.2016
Bandinfo: SUNRISE
Genre: Power Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Es gibt da draußen tonnenweise Bands, denen grundsätzlich nur ein geringer Teil an Aufmerksamkeit entgegenkommt und die ukrainischen Power Metaller von SUNRISE gehören sicherlich auch in diese Kategorie. 2003 gegründet, haben sie es immerhin auf zwei Alben und eine EP gebracht, doch der ganz große Wurf blieb erfolgstechnisch bisher leider aus. Ein Gutes hat das Ganze, wir sind mittlerweile im Jahr 2016 angekommen, wo Fans von Grund auf mehr Macht zuteil wird. So laufen Crowdfunding-Projekte fast schon von selbst und der Künstler ist nicht mehr zwingend auf einen großen Labeldeal angewiesen. So verhielt es sich auch mit der Finanzierung des dritten Longplayers der Ukrainer, "Absolute Clarity". Binnen kürzester Zeit konnten die Jungs durch ihre Unterstützer ihr Ziel erreichen und somit stand dem Release nichts mehr im Wege! Dazu sei gesagt, dass Konstantin Naumenko kein Unbekannter in der Szene ist, so ist er seit dem letzten Longplayer auch Sänger der ebenfalls aus der Ukraine stammenden Combo von CONQUEST. Außerdem verkörpert der Mann einen Teil vom großen Metal-Opera-Projekt ALDARIA, das im nächsten Jahr ebenfalls erscheinen wird.

Nun wollen wir uns aber dem Resultat der neuen Scheibe "Absolute Clarity" widmen, denn der geneigte Power-Metal-Hörer mit Hang zu leichter Progressivität bekommt hier zehn Nummern der ersten Güte serviert. "Tower Of Fear" legt in bester Up-Tempo-Manier direkt mal einen fetten Start hin und beschert uns einen hymnischen Chorus zum Mitgrölen. Allerdings wird hier auch verdeutlicht, dass man den durchaus ohrwurmtauglich anmutenden Power Metal in ein sehr modernes Gewand hüllt und das setzt sich im eher Mid-Tempo-lastigen "Star Ocean" fort. Hier wird eine unfassbar dichte Atmosphäre erzeugt, die den Hörer gänzlich für sich beansprucht. Einer dieser Songs, die beim ersten Durchlauf unscheinbar wirken und am Ende des Tages zu den Favoriten gehören. Absolut erwähnenswert ist noch das mit sehr knackigen Riffs ausgestattete "Reality Of Dreams", das allgemein auf sehr versierte Gitarrenarbeit setzt und dennoch mit Leichtigkeit den Funken überspringen lässt. Besonders angetan hat's mir die Kombination aus "What You Have Done" und "When Here Comes The Night", die gewissermaßen musikalisch miteinander verbunden sind. Während ersterer in ballernder Power-Metal-Manier aus den Boxen drescht und keine Kompromisse macht, geht es letzterer etwas gemächlicher an und punktet insbesondere mit der tollen Gesangsleistung seitens Konstantin Naumenko, der ohnehin bei jedem der zehn Tracks unfassbar viel Charme zu versprühen weiß. Der Clou zwischen diesen beiden Tracks ist im Übrigen der, dass "What You Have Done" mit einem Outro abgeschlossen wird, das gleichzeitig Intro und Chorus von "When Here Comes The Night" verkörpert. Als Highlight habe ich für mich im Endeffekt aber den Rausschmeißer "Thunder In The Distance" ausgemacht, der mit fetten Beats umschmückt von tollen Keyboardsounds von Beginn an in seinen Bann zieht. Die Strophen gestalten sich noch verhältnismäßig ruhig, der Chorus nimmt dann Fahrt auf und verzückt mit einer wunderbar eingängigen Melodie, die nicht mehr so schnell aus den Gehörgängen verschwinden wird. Ein toller Abschluss für ein tolles Album. Einziger Wermutstropfen bleibt für mich die Ballade "The Angel", die extrem zäh wirkt und zumindest bei mir rein gar nichts auszulösen weiß. 

Zieht man diesen kleinen Negativfaktor ab, bleiben am Ende neun Songs, die hochklassig in Eigenregie produziert wurden und neben extrem viel Facettenreichtum eine unbändige Spielfreude nach außen tragen. SUNRISE haben sich mit "Absolute Clarity" definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient und legen somit vielleicht den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Mit dieser Platte zählen sie schon Stand heute zu einem der absoluten Geheimtipps 2016!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Sonata (11.01.2016)

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