Gehennah - Too Loud To Live, Too Drunk To Die

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VÖ: 12.02.2015
Bandinfo: Gehennah
Genre: Black´n´Roll
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Unglaubliche 19 Jahre sind ins Land gezogen, seitdem die schwedischen Krawallbrüder GEHENNA ihr geiles "Decibel Rebel"-Album veröffentlichten. Nach der "Metal Police"-EP (2014) knüpfen die angeschwärzten Rock n´ Speed-Rabauken mit "Too Loud To Live, Too Drunk To Die" nun mit packenden Straßen-Hymnen, die sofort mitgebrüllt werden wollen, an ihr eigenes Longplay-Vermächtnis an. Beispiele gefällig? Pfeift euch einfach den Opener "Still The Elite", "Life Metal Must Die" oder "Cause We´re A Street Metal Band" rein, allesamt reinrassige Proberaum-Partysmasher, die der geeichte Schrammelpunk innert Sekunden verinnerlicht hat und in voller Rock n´ Roll-Inbrunst mitbrüllen kann. "Too Loud To Live, Too Drunk To Die", "Tonight We Fight", "Low On Cash, High On Speed"...noch Fragen oder Unklarheiten? Die Titel sind Programm, der Prog Metal-Schöngeist oder weihrauchende Baumanbeter-Blacky wird hier seine musikalische Vielschichtigkeit, emotionale Tiefe oder komplexen Anspruch vergeblich suchen, vielmehr klatschen einem GEHENNA ihr Motto mitten in die bartbestoppelte Fresse. Speed, Sex, Booze & Tattoos sind die Domänen der Rabauken, welche in jeder Spielsekunde und Textzeile kompromißlos, exzessiv und plakativ (um immer mit einem zwinkernden Auge - "We Stole Your Song") ausgelebt werden.

Vor Dreck stehende Kutten, speckiges Leder, angerotzte Tourshirts, säuerlich riechende Jeans, fettige Haupthaarsträhnen und abgelatschte Stiefel regieren in unheiliger Allianz mit einer gepflegten "Fuck You"-Attitüde auf dem Comeback-Album, das trotz ansprechender Produktion frisch aus dem miefigen Probekeller klingt. Der Vierer bedient die bekannten Klischees jedoch nicht nur bis zum Anschlag, vielmehr ist er darüber hinaus über die Jahre zu ebenjenem mutiert. Trotzdem schafft es das Quartett,  etwa den eingängigen Mitbrüller "Scumbag", das galoppierende, simpel hingerotzte "Gehenna Will Destroy Your Life" oder die MOTÖRHEAD-Hommage "All Of The Decadence, None Of The Success" authentisch und unverfälscht klingen zu lassen. Vor allem auch VENOM standen Pate für den Sound der Schweden, der jedem MIDNIGHT-Fan gefallen dürfte, dermaßen zackig, simpel und effektiv wird das Album runtergeholzt. Und auch wenn sich so manche räudige Schleife einschleicht, so mindert dies den rüden Hörgenuß zu keiner Sekunde. Es ist eine Freude, die Speed n´ Roller auf Longplayer Nummer vier wieder stramm marschieren zu hören. Mit aufgedrehtem Fun n´ T(h)rash-Faktor und in knietiefem Klischee watend, zeigen die ranzigen Assi-Schweden dem Establishment den Stinkefinger. Music To Stay Underground!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (08.02.2016)

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