BLACK BREATH - Slaves Beyond Death

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VÖ: 25.09.2015
Bandinfo: BLACK BREATH
Genre: Death Metal
Label: Southern Lord Recordings
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

BLACK BREATH kommen aus Seattle. Eigentlich der verortete Inbegriff des Metal-Sterbens im vorigen Jahrhundert und - ebenso wie Grunge - Haßwort jedes gestandenen Metallers. Doch die fünf Herren aus dem nordwestlichsten Zipfel der USA sind angetreten, der Heimatstadt von renommierten Acts wie SANCTUARY oder QUEENSRYCHE wieder etwas mehr in den Metal-Focus zu rücken. Gehör verschafft dem Quintett dabei die Schwedentod-Knochensäge, die auf "Slaves Beyond Death" amtlich schindet und mahlt und den großen Genre-Vorbildern aus Skandinavien nacheifert. Knackige Gitarren begeistern den Genre-Freund und das regierende, behäbige Midtempo kriecht unaufhörlich in die Gehörgänge, eruptive Ausbrüche kommen wohldosiert zum Einsatz. Der stramm nach vorne marschiernde Opener "Pleasure, Pain, Disease", das sägende, an Elchtod-Großmeister erinnernde, im Songverlauf explodierende "Slaves Beyond Death" und vor allem "Reaping Flesh" vermögen zu fesseln, aber auch das galoppierende "Seed Of Cain" und das stakkatoartige "Burning Hate" können viel.

Leider mischt sich über volle Albumlänge auch die eine oder andere Schnarchpartie ("A Place Of Insane Cruelty" oder das fast achtminütige Rausschmeiß-Instrumental "Chains Of The Afterlife") unter das ansonsten fähige Songmaterial, so verbreitet "Arc Of Violence" zwar das typische morbide Feeling, aber braucht lange, um schlußendlich wohltuend anzuziehen. Ein wenig mehr Mut in der konsequenteren und kompakteren Umsetzung der amtlich in die Auslage gestellten akustischen Basisqualitäten würde den Jungs gut zu Gesichte stehen. "Slaves Beyond Death" erfindet das Genre nicht neu, vielmehr markiert es auch eine weitgehende Abkehr von der früheren, deutlich punkigeren Linie der Band. Auch der große Wurf ist es (noch) nicht, dennoch macht der schwer mahlende, sägende Brocken Spaß und unterstreicht etwa mit dem Opener oder dem einprägsamen "Reaping Flesh" ausdrücklich, dass einiges an Potential in den Amerikanern steckt, das ehestmöglich ausgebaut werden sollte, schließlich ticken die Uhren in diesen Zeiten schneller denn je und dass der Mitbewerb groß aufzockt, zeigen die zahlreichen guten bis hochklassigen Releases aus den bekannt-einschlägigen Talentschmieden und Kultlabels.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (08.01.2016)

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