PUSH SEVEN 12 - Sweetmeat

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VÖ: 00.00.2015
Bandinfo: pushseven12
Genre: Alternative Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

"Rock With Influences" haben sich die vier Rheinhessen von PUSH SEVEN 12 auf die Fahne geschrieben und liefern damit eine höchst präzise Selbsteinschätzung ihrer nach vorne gehenden und hooklastigen Kompositionen. Die Einflüsse sind relativ weitreichend, sodass über den gesamten Verlauf von "Sweetmeat" eine solide Grundspannung gehalten wird, auch wenn der Patchwork-Faktor etwas zu hoch ist.
 
"Sweetmeat" mit einem Schlagwort zu charakterisieren ist nicht möglich, dafür sind die angesprochenen Einflüsse zu vielfältig. Eine gehörige Grundmenge Punk'n'Roll, Alternative Rock und Stoner zu gleichen Teilen, verfeintert durch einzelne Metal-, Streetpunk-, Indie Rock-, Rockabilly- und Pop-Zitate machen aus dem Album eine ziemlich abwechslungsreiche Angelegenheit. Vor allem der erste Spin macht gewaltig Laune, weil man sich pro Song auf wieder eine andere Spielart freuen kann. So startet das Album mit "The Bachelor" mit starkem Alternative/Indie Rock recht sperrig, bevor man mit "Sweetmeat" eine flotte und melodische Up-Tempo-Nummer im Fahrwasser von VOLBEAT nachschiebt. Mit "Bleeding" folgt ein wenig Stoner Rock mit Groove-Metal-Tendenzen, "The End In Friend" wiederrum ist eine lässige Punk'n'Roll-Nummer mit einem wahren Hookmonster als Refrain.
 
Im späteren Verlauf stechen vor allem zwei Nummern als wahre Ohrwürmer heraus: Ja, dem einen mögen die poppigen Refrains unangenehm aufstoßen, dem anderen gefallen diese gerade wegen ihrer Zwinglichkeit. Die Rede ist von "Flat Spin", welches augenzwinkernd richtung THE OFFSPRING der 90er-Jahre schielt, und "Your Cheerful Demons", eine Fun-Punk-Nummer, ebenfalls tief in den Spät-90ern angesiedelt. Vor allem live dürften es genau diese zwei Stücke sein, welche sich als wahre Brecher entpuppen werden.
 
Bei allem Abwechslungsreichtum fällt bei Dauerrotation allerdings auf, dass der berühmt berüchtigte rote Faden ein wenig kurz kommt. Man möge die Assoziation einer ehemaligen Coverband heranziehen, welche sich zum ersten mal an ein eigenes Album wagt und sich beim Songwriting durch die frühere Setlist hangelt, um etwas ähnliches zu kreieren. Etwas weniger "Nummer sicher" und ein etwas mutigerer Schritt in Richtung Eigenständigkeit wird bei der nächsten Platte helfen. Bei den absolut vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten sollte dies allerdings nur Formsache sein.
 
Fazit: Amüsante Reise durch diverse Facetten gitarrenlastiger Musik der letzten zwei Dekaden, welche leider etwas unfokussiert vom roten Faden abkommt. Was den Spaß aber nur bedingt trübt.


Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (27.01.2016)

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