Event Relentless - Cold Black November

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VÖ: 02.09.2015
Bandinfo: EVENT RELENTLESS
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

EVENT RELENTLESS - was ist das nun wieder? Übersetzt so viel wie ein gnadenloses Ereignis, verbirgt sich hinter dem Namen eine junge finnische Melodic-Death-Metal-Band. Mit Herzblut haben die drei Herren (inzwischen eventuell auch schon vier - zumindest scheinen sich die zwei Gitarristen und ein Drummer laut ihrer Facebook-Präsenz um einen Live-Bassisten verstärkt zu haben) eine EP zusammengezimmert, die auf den Titel "Cold Black November" getauft wurde. Wenn man Melodic Death im Zusammenhang mit Finnland und einem solchen Titel hört, dann denkt man fast automatisch an schwere, depressive Brocken, die sich wie Blei aus den Boxen wälzen. Doch davon sind EVENT RELENTLESS denkbar weit entfernt, präsentieren sich ihre Kompositionen doch viel leichtfüßiger und mit einer deutlich symphonischeren Schlagseite, als man das zunächst vermuten würde.

Bereits beim Opener "Duality" wird klar - das Klavierthema könnte ohne weiteres aus der symphonischen Power-Metal-Ecke entlehnt sein und auch das Riffing ist überraschend wenig garstig. Einzig bei den Vocals schielt man etwas in die härtere Ecke und mischt Growling mit Clean Vocals. Leider ist der Gesang aber über weite Strecken der EP relativ weit in den Hintergrund gemixt, was einen relativ schwachbrüstigen Eindruck hinterlässt, vor allem beim Titeltrack "Cold Black November" - dafür sind im Umkehrschluss das Keyboard und die Orchester-Arrangements (die Landsleute von NIGHTWISH zu "Wishmaster"-Zeiten lassen grüßen!) relativ stark im Vordergrund. Mixtechnisch ist das Scheibchen also eher suboptimal geraten, dafür bergen die Songs grundsätzlich ein hohes Unterhaltungspotenzial. Denn EVENT RELENTLESS schaffen es, schlüssige, direkt ins Ohr gehende Titel zu schaffen, selbst wenn mit Fortdauer der EP durch die doch recht gleichförmig geratenen Arrangements etwas die Abwechslung fehlt. Diese folgt dann aber in gekonntem, sogar etwas progressiv wirkendem Spiel mit verschiedenen Tempi in "Beyond The Speed Of Light", dessen Klimperbridge dafür wiederum etwas seltsam anmutet.

Insgesamt könnte man die Finnen fast schon mehr in die Symphonic- als in die Melo-Death-Ecke stecken - einigen wir uns hier einfach einmal auf "Symphonic Death Metal", was den Sound von EVENT RELENTLESS am besten beschreibt. Vor allem im über weite Strecken instrumental gehaltenen "Clarify" kann man das am besten beobachten, dafür gibt es zumindest im Titeltrack einige recht kernige Passagen mit richtig derbem Riffing auf die Ohren. Nach einigen Hördurchläufen von "Cold Black November" fühlt man sich am ehesten an einen Bastard aus CHILDREN OF BODOM und DIMMU BORGIR erinnert - Children Of Borgir sozusagen.

Im Großen und Ganzen ist das absolut nicht schlecht was EVENT RELENTLESS da abliefern, aber gerade der sehr unausgewogene Mix nimmt dem Ganzen doch etwas den Biss - allerdings sollte das, nachdem es sich um eine Eigenproduktion handelt, nicht allzu hart bekrittelt werden. Schwachpunkte können eher im Bereich der Arrangements ausgemacht werden, die zwar insgesamt stimmig wirken, aber leider mit Fortdauer durch die durchgängig gleiche Stilistik nur wenig Abwechslung bergen. Wenn in diesem Bereich beim baldig anstehenden Release des Debütalbums nachgebessert wird, dann keimt durch das Händchen, das die Finnen in punkto Spannungsbogen und Aufbau beweisen, hier sehr viel Hoffnung auf. Das Potenzial für ein starkes Album ist  zweifelsohne vorhanden, es muss nur genutzt werden!



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (26.01.2016)

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