PROTECTOR - Cursed And Coronated

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VÖ: 26.02.2016
Bandinfo: PROTECTOR
Genre: Thrash Metal
Label: High Roller Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Manchmal ist es gut, wenn sich die Dinge nicht ändern. So auch bei PROTECTOR, die den Fans im 30. Jahr ihres (mit Unterbrechungen) Bestehens ein neues Langholz um die Ohren hauen. “Reanimated Humunculus“ gab 2013 nach langer Sendepause die Richtung der neuen Formation um Ur-PROTECTOR Martin Missy vor. Begriffe wie „kompromißlos“, „durchschlagskräftig“ oder „straight forward“ kennzeichneten das geile Thrash-Gebräu der deutschen Genre-Institution, das seine sehr gelungene Fortsetzung nun auf „Cursed And Coronated“ findet.

Neben den immer noch aktiven Big 4 des Thrash "Made In Germany" und der nachrückenden Brachial-Garde um NOCTURNAL & Co. tauchten ja zuletzt einige altbekannte Teutonen-Thrasher wieder aus der Versenkung auf. Man denke etwa an EXUMER oder DARKNESS. Doch obwohl all diese solide Arbeit geleistet hatten, so wuchtet sich auch das neue PROTECTOR-Album mit druckvollem Sound und explosiver Energie in den Focus der Aufmerksamkeit. Maßgeblichen Anteil hat dabei (neben den fett bratenden, meist an DESTRUCTION-Geflirre erinnernden Gitarren) das Gespür des Vierers für zackige Genre-Brecher. Titel wie „Xenophobia“ (bereits 2013 auf der Split-VÖ mit UNGOD zu hören), „Selfdesdrugtion“ (sic!) oder das „Six Hours On The Cross“ sind packende Kracher. PROTECTOR nageln ein amtliches Thrash-Brett, das im Hirn hängenbleibt und umgehend mitgebrüllt werden kann.

Auch wenn etwa der Titeltrack etwas bemüht geraten ist, so versöhnen Uptempo-Abrisse („Base 104“) oder das zwingende „To Serve And Protect“. Auch das wüste „The Dimholt“ (war bereits auf der 2012er Split mit ERAZOR zu hören) überzeugt, wohingegen man das sägende "Crosses In Carelia" oder den schmissigen Closer umgehend mitbrüllen kann, was für die straighte Klasse von PROTECTOR spricht. „Cursed And Coronated“ ist ein bärenstarkes Album mit insgesamt sieben neuen Titeln ("Terra Mater" ist vom 2011er Demo), welches jedes Thrash pumpende Herz hüpfen läßt und bestätigt, dass das Comeback-Album keine Eintagsfliege war. Als Schmankerl gibt es noch drei Livetracks von einem der seltenen Gigs des Quartetts.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (25.02.2016)

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