Wehrmacht - Shark Attack (Re-Release)

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VÖ: 20.02.2016
Bandinfo: Wehrmacht
Genre: Thrash Metal
Label: Dead Center Prods
Lineup  |  Trackliste

Obwohl schon eine Zeit lang mit einigen Demos im Underground operierend, tauchte das US-Outfit erst mit dem Debutalbum im breiteren Lichte der Metal-Öffentlichkeit auf und wirkte dank des Albumcovers und des Bandlogos noch so richtig gefährlich. Vor allem mit dem hierzulande vorbelasteten Bandnamen kam in der eher informationsarmen Prä-Internet-Zeit noch eine ganz spezielle Würze dazu, die Operation Aufmerksamkeit-auf-sich-ziehen war sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks absolut erfolgreich. Konnte man sich anfangs ob des Informationsmangels noch nicht ganz sicher sein, wie der Bandname politisch einzuordnen ist, so wurde spätestens angesichts des Albumcovers des 1989er Nachfolgers "Biermacht" klar, dass der TANKARD´sche Fun-Aspekt eine wesentliche Rolle bei WEHRMACHT spielt und der Bandnamen reine Provokation war. Inhaltlich bot der Vierer einen hektischen, rumpelig-schrammeliger Hi Speed-Thrash Metal-Bolzen mit Crossover/Punk/Hardcore-Elementen. Wer sich noch erinnert...damals geisterte auch noch der eigentlich geile Begriff "Speedcore" durch die Szene.

"Shark Attack" wartete mit quietschig-übersteuerten Gitarrensoli, fahrigen Speed Metal-Abfahrten und einem ohrenscheinlich rumpeligen Drumkit auf, das allzeit bereit zu sein schien, auseinanderzufallen. Dazu kamen die typischen Vocals, die Kellerproduktion, die ob des dröhnenden Basses auch mal an CARNIVORE erinnert (mit dem Kotz-Sample "Puke" nahm man ebenfalls Anleihen bei Pete Steele & Co, man höre etwa "J.D. & Pizza") und als Garnitur die typischen lyrischen Ergüsse der Szene jener Tage. Die Oregon-Thrasher servierten im Jahre 1987 einen t(h)rashigen Strauß voller Blitzattacken, die in ihrem D-Zug-Tempo nur selten die 3 Minuten-Schallmauer durchbrachen und abseits von Ausnahmen wie "United Shoebrothers", "B.O.S.", "Napalm Shower" oder dem Titeltrack leider oftmals schlichtweg an einem vorbei prügelten. Weiters interessant sind noch "S.O.P.", das wie eine HiSpeed-Hommage an die großen S.O.D. klingt und “Fretboard Gymnastic”, das aufgrund der musikalischen Spielereien hinhören läßt.

"Shark Attack" ist naturgemäß meilenweit von wahren Thrash-Classics jenes Jahrgangs (etwa TESTAMENT´s "The Legacy") entfernt, aber ob seines rumpelig-rauen Charmes und der entfesselten, jugendlich-unbändigen Energie und Aggression ein Genre-Kleinod für die eingeschworene Fanschar. Dass die Band schlichtweg zu wenig akustische Widerhaken auswarf, wurde ihr recht bald zum Verhängnis, sodaß WEHRMACHT schnell wieder von der Bildfläche verschwanden (und auch mit der Nachfolgeband MACHT nichts zu reißen vermochten). Wer das Ding noch nicht kennt oder tiefer im Underground graben will, liegt hier goldrichtig. Die Trüffelschweine werden es auch bemerkt haben, "Go Home" vom Original fehlt auf dieser Reissue, dafür gibt es den seinerzeitigen Bonustrack "Concrete Meat". Wer weiß, vielleicht kommt man sogar noch in den Livegenuß der Krawalleros, schließlich sind die Jungs immer noch aktiv auf den Bühnen. Kommt mit modifiziertem Artwork und limitiert auf 500 Stück.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (16.02.2016)

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