Electric Guitars - String Fever

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VÖ: 26.02.2016
Bandinfo: ELECTRIC GUITARS
Genre: Rock
Label: Target Records
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Lineup  |  Trackliste

Guter Rock’n Roll ist manchmal wie ein gemütliches altes Paar Schlapfen. Man schlüpft rein, stößt einen verzückten Seufzer aus und fühlt sich sofort wohl, obwohl die Treter weder schick noch neu sind. So ging’s mir auch. als ich zum ersten Mal „String Fever“ hörte, das zweite Album der einfallsreich – Achtung, Sarkasmus! – benannten Combo ELECTRIC GUITARS. Dahinter verbergen sich zwei sehr talentierte Rock Gitarristen aus Dänemark, Soren Andersen und Mika Vandborg. Ersterer hat immerhin schon als Tour Gitarrist mit GLENN HUGHES gearbeitet. Ich hab in letzter Zeit einiges an gutem Rock aus Dänemark gehört. BULLET TRAIN BLAST und ABO haben mich in der Vergangenheit mit ihrem Sound überzeugt, also war ich gespannt, ob ich ELECTRIC GUITARS auch in meiner Sammlung haben wollte. Nun, ich wollte! Andersen und Vandborg liefern auf „String Fever“ elf solide Tracks, die von ihren Einflüssen her von JIMI HENDRIX über LED ZEPPELIN bis AC/DC reichen. Aufgenommen wurde live im Studio, um diesen Band-Vibe zu erzeugen, der sich normalerweise immer bei den Liveshows entwickelt. Und nachdem die Fans nach dem Debut-Album „Electric Guitars“ mehr Gitarrensound forderten, wurde beim aktuellen Longplayer genau darauf der Fokus gelegt. Man hört’s!

Schon der Opener/Titelsong/Hommage an die Stratocaster drückt ordentlich an, mit Riffs und Solopassagen, die enorm an HENDRIX erinnern. Die Vocals sind vollkommen zweitrangig hier. „White Flag“ und „Running Out Of Time“ hingegen fallen in die Early 70s Retro-Kategorie, allerdings mit einem Schuß kontemporärer Glätte. Und dann kommt „Girlfriend“. Und da fragte ich mich dann doch, was sich Andersen und Vandborg bei diesem Song gedacht haben. Von rockigen Sounds keine Spur, hier präsentiert sich… Pop? Anders kann man es nicht bezeichnen. Ein flauschiges Stück Musik mit geradezu fiesem Ohrwurm-Faktor. Beware! Gottseidank erklangen bei „Let It Rock“ wieder vertraute Töne, AC/DC-esk verpackt – schlicht und prägnant. Erwähnenswert ist auf jeden Fall auch „She Wants My Guitar“ – der Track ist wunderbar Porno. Lead Vocals wurden mit Talkbox aufgenommen und zur Unterstützung wurde die dänische Sängerin IDA CORR eingeladen, die Backing Vocals zu stöhnen. „Follow Your Heart“ ist ein weiterer Song, der sich von den anderen abhebt. Eine gelungene Mischung aus rotzig gesungenen Strophen und sphärischem Refrain, getoppt am Schluss von einer mächtigen, psychedelic-angehauchten Gitarrenpassage. „The Thinner The Eyebrow The Crazier The Woman“, ELECTRIC GUITAR’s erste Single vom Album, gepaart mit Video, ist auf jeden Fall auch als Anspieler empfohlen, mitsamt witzigen Lyrics über die Ruhmgeilheit heutzutage, die sich im Reality-TV und Dokusoaps widerspiegelt.

Ich mag „String Fever“. Es liefert genau das, was auf der Packung steht. Da verzeih ich der Band auch ihren Namen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (22.02.2016)

WERBUNG: Hard
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