The Animen - Are We There Yet?

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VÖ: 27.02.2016
Bandinfo: The Animen
Genre: Rock´n´Roll
Label: Noisolution
Lineup  |  Trackliste

Eine Jugend die losgelöst auf der Suche nach dem wahren Kern ihres Selbst ist.

Großbritannien? Weit verfehlt! Auch wenn man schnell musikalische Assoziationen mit dem Königreich knüpft, geht es auf der Landkarte doch in die entgegengesetzte Richtung – nämlich in die Schweiz. Angepriesen als Band, die Garage Rock, Soul und 60s Rock in den Mixer wirft, um einen musikalisch exotischen Hörgenuss zu zaubern, sind THE ANIMEN doch sehr viel mehr als das. Der Vierer schaffte es mit spielerischer Leichtigkeit, eine abwechslungsreiche, erfrischende Jamsession auf Platte zu bannen. Mal etwas ruhiger, bedacht, mal den Berg hinunter bretternd, dann wieder gelassen und sehr emotional, untermalt mit einer gewissen Brit-Pop-Attitüde a la Pete Doherty´s BABYSHAMBLES oder die von den Toten auferstandenen THE LIBERTINES.

Während das Debütalbum „Hi“ schon in kleineren Kreisen auf sich aufmerksam machen konnte und gute Kritiken einheimste, geht es auf dem Zweitwerk „Are We There Yet?“ noch tiefer in die THE ANIMEN-Materie. Getragen durch die gefühlsvolle Stimme Theo Wysers zieht es einen in den nächsten vierzig Minuten durch die reinste Achterbahnfahrt der Gefühle. Eine Jugend, die losgelöst auf der Suche nach dem wahren Kern ihres Selbst ist.

Mit dem Opener „Mami Wata“ stampft und groovt die Combo gleich zu Beginn ordentlich durch die Lauschlappen. Der Weg ist eingeschlagen durch eine Platte, deren Songs nahtlos ineinander übergehen und nicht die geringsten Schwächen aufweisen. Ein Ohrwurm jagt den nächsten. Spielfreude, eine Personality, die nichts will, außer sich selbst treu zu sein und ausschweifender Abwechslungsreichtum werden hier großgeschrieben. Sei es der indianerähnliche Kriegsschrei zu Beginn von „At War“, das weindurchtränkte Bar-Abend-Feeling zelebrierende „Salt Doll“, das mit einem Organ beginnende „These Aren´t Raindrops“, das emotionale „My Favorite Color Is You“ oder das grandiose, bluesangehauchte „Staggo Me“.

THE ANIMEN schaffen es auf der gesamten Länge zu überzeugen und mitzureißen. Ausreißer oder gar Schwächen? Nicht die Spur! Hier passt einfach alles. Eine sehr durchdachte Arbeit, die sich auszahlen wird. Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „At War“.

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (02.03.2016)

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