Human Fortress - Thieves Of The Night

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VÖ: 18.03.2016
Bandinfo: Human Fortress
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste

Die beiden ersten Alben "Lord Of Earth And Heaven's Heir" sowie "Defenders Of The Crown" zählten in den noch jungen Fan-Jahren dieses Rezensenten zur Pflichtlektüre im Power-Metal, und rotieren auch heute noch gerne im Player. Nach dem gelungenen Doppel zum Auftakt wurde es jedoch still um die Truppe aus Deutschland, die damals vor allem den Abgang des charismatischen Sängers Jioti Parcharidis verkraften musste. Das 2008er-Experiment "Eternal Empire" stieß dann vor allem bei Fans der ersten Stunde auf Unverständnis, warf man der Band auf Grund einer neuen stilistischen Ausrichtung doch zu intensive Anbiederung an damalige aktuelle Trends vor.

Doch all das ist, wie man sagt, Wasser unter der Brücke - denn 2013 meldeten sich HUMAN FORTRESS mit "Raided Land" zurück, und besonnen sich, gestärkt durch Neuzugang Gus Monsanto (u.a. Timo Tolkkis REVOLUTION RENAISSANCE), auf ihre Wurzeln. Es fanden wieder mehr mittlelalterliche Einflüsse Eingang in das Songwriting der Band, und der Härtegrad wurde zu Gunsten von erneut eingängigeren Melodien zurückgeschraubt. Und genau diesen Weg verfolgen die Hannoveraner mit "Thieves Of The Night" nun konsequent weiter, und steigern sich damit gegenüber dem Vorgänger doch merkbar.

Eingängige Metal-Hymnen wie der gelungene Opener "Amberstow", der knallende Titeltrack "Thieves Of The Night" oder auch das hochmelodische "Gift Of Prophecy" stehen dabei in bester HUMAN FORTRESS - Tradition. Auch Sänger Gus, bei REVOLUTION RENAISSANCE noch eher glück- und farblos geblieben (was aber eher am durchwachsenen Songwriting von Bandchef Timo Tolkki lag, aber das ist eine andere Geschichte), scheint bei HUMAN FORTRESS nun ein wirklich gutes Zuhause gefunden zu haben, und fühlt sich sichtlich - und vor allem hörbar - wohl. Klar klingt seine Stimme etwas glatter und perfekter, und mehr wie eine "typische" Powermetal-Stimme als das doch eher ungewöhnliche Organ eines Jioti Parcharidis, aber Gus Monsanto liefert auch auf "Thieves Of The Night" eine wunderbare Performance ab, die sich vor anderen Größen des Genres nicht verstecken muss.

Ganz an die große Klasse meines persönlichen Bandfavoriten "Defenders Of The Crown" kommen die Diebe der Nacht allerdings doch nicht heran; vereinzelt macht man ein paar Längen in den Songs aus (beispielsweise das etwas todgedudelte "Thrice Blessed" oder der Schmunzel-Refrain bei "Dungeons Of Doom"), und das gar etwas zu sehr nach Drumcomputer klingende Schlagzeug trübt den Hörgenuss etwas.

Unterm Strich bleibt aber ein erneut deutlich überdurchschnittliches Album der Deutschen, die einmal mehr ihr Händchen für tolles Songwriting und großartige Melodien beweisen, und mit "Thieves Of The Night" ein kräftiges Lebenszeichen setzen.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (10.03.2016)

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