Death Hawks - Sun Future Moon

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VÖ: 13.11.2015
Bandinfo: Death Hawks
Genre: Psychedelic Rock
Label: Svart Records
Lineup  |  Trackliste

Drittes Kind der finnischen Psychedelic-Wucht!

Das finnische Tampere wird oft als das „Manchester Finnlands“ bezeichnet. Zum Teil wegen seiner Industrie-Vergangenheit und zum Teil wegen seiner ausgiebigen Musikliebe. In den 70ern hatte der dort ansässige Sound mit „Manserock“ sogar seinen eigenen Namen. Dass die DEATH HAWKS aus dieser Gegend stammen, ist nicht weiter wunderlich. Lange Haare, dichte Bärte, gefranste Westen und umwerfender Psychedelic Rock. Die Gitarren singen sprichwörtlich den Blues, die Orgel erinnert an die der DOORS. Ein bisschen Krautrock, ein paar schwere Riffs, hin und wieder ein paar passende Saxophon-Linien – das sind die DEATH HAWKS!

Das Debütalbum „Death & Decay“ (2012) erreichte Platz 10 der finnischen Albumcharts und erhielt sehr gute Kritiken. Vom zukünftigen großen Musikexport-Namen aus Finnland war sogar einst die Rede, was intensive Touren und exzessiv ausufernde Auftritte unterstrichen. Gerade Songs wie das bluesige Psych-Monster „Holy Water“, das 60s angehauchte „Death Has No Reprieve“ und das schnell gejammte „Shining“ waren Meilensteine in sich selbst. Mit dem selbstbetitelten „Death Hawks“ (2013) kam ein Jahr später dann die nächste Full-Length auf dem Markt. Titel wie das Western-Theme angehauchte „Cain Go Home (2.Session)“, das balladeske „Grim-Eyed Goat“ oder das fast zehnminütige „Black Acid“ ließen auch diese Platte, in so manch einer Anlage, endlos rotieren.

Nun erschien mit „Sun Future Moon“ der dritte Streich der toten Falken. „Hey Ya Sun Ra“ startet in bekannter DEATH HAWKS-Manier entspannt psychedelisch ins neue Werk der Finnen. Eine Nummer, wie gemacht für eine Strandsession. Mit der untergehenden, feurigen Sonnenkugel als natürliche Bühnenbeleuchtung im Hintergrund. Netter Auftakt. Nahtlos geht der erste Song in die weit ausufernde Jamsession „Ripe Fruits“ über. Mit den gut harmonierenden Gitarren-, Orgel - und Saxophon-Linien ist die Nummer ein gelungener DEATH HAWKS-Trip.

Ein Markenzeichen der Band ist es, auf jedem Rundling immer mal wieder vocal-lose Stücke in das Gesamtwerk mit einfließen zulassen, so dass sie den Hörer weiter in den Sound treiben. „Seaweed“ ist so ein Instrumental und hat eine düstere Grundstimmung. Durchzogen mit musikalisch weitflächigen Lichtblicken und sich gut ins Ablum gliedernd. Ganz im Gegenteil zu „Wing Wah“. Das zweite Instrumental klingt eher nach einem Themen-Song einer 80er Jahre Fernsehserie als nach den Hawks. Auch „Dream Life, Waking Life“ mit seinen Sprachfragmenten ist eher ein schlechter Füller als eine hinnehmbare Nummer. Aussetzer des Albums.

Bei dem Großteil der einzelnen Songs handelt es sich um ganz gutes Material. Doch sticht keine Nummer besonders stark, mit dem gewissen “Wow-Effekt“, wie manch ältere Sachen, aus der Platte hervor. „Sun Future Moon“ steht leider im Schatten der ersten zwei Großtaten. Ich für meinen Teil lass dann doch lieber „Death & Decay“ und „Death Hawks“ weiter rotieren.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Hey Ya Sun Ra“.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: inhonorus (23.03.2016)

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