Sinbreed - Master Creator

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VÖ: 26.02.2016
Bandinfo: SINBREED
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste

SINBREED – Der Bandname ist mir schon länger ein Begriff. Näher beschäftigt habe ich mich mit der Truppe allerdings bisher noch nicht. Schande über mich. Denn erst mit dem neuen Album „Master Creator“ habe ich bemerkt, was ich eigentlich versäumt habe! Dann ran an die Arbeit! 

Nachdem das letzte Album „Shadows“ 2014 veröffentlicht wurde und noch gar nicht so lange zurück liegt, hauen die Power-Germanen nun schon das nächste Album raus. „Master Creator“ heißt das neue Werk und besticht vor allem durch eines: Speed, Geradlinigkeit und Eingängigkeit. Sänger Herbie Langhans, der mit seiner unverwechselbaren Röhre alles in Grund und Boden rockt und schon lange kein Unbekannter mehr ist (BEYOND THE BRIDGE, SEVENTH AVENUE, AVANTASIA,…) und Frederik Ehmke, den man sich von BLIND GUARDIAN ausgeliehen hat, powern gemeinsam mit Flo Laurin und Alexander Schulz alles nieder, was sich nicht bis zum nächsten Doublebass-Gewitter in Sicherheit gebracht hat. Gitarrist Markus Siepen, ebenfalls von BLIND GUARDIAN, gab mit Ende 2015 seinen Ausstieg aus der Band bekannt, sodass die Formation nun als Quartett dasteht, das aber nichts an dem verloren hat, was SINBREED ausmacht. 

SINBREED verzichten nach wie vor auf verschnörkelte Keyboards, was dem Sound keineswegs schadet. Mit Highspeed und Doublebass geht es zur Sache, es werden keine Kompromisse und lange Ausschweifungen gemacht. Dennoch wird nicht auf die nötige Portion Melodie verzichtet, jeder einzelne Song steht unverkennbar als Ganzes für sich selbst, geht sofort ins Ohr und hat schnell Mitsing-Charakter. Das heißt, wer es mit den herausstechenden Vocals des Herrn Langhans aufnehmen will. 

Mit Mid-Tempo kann die Power-Formation nicht viel anfangen. Deswegen krachen sie mit „Creation Of Reality“ auch gleich direkt mit der Tür in die Gehörgänge. Diesem Vollgas-Schema mit Gitarre als Melodieträger und dem Herrn Langhans, der alles abrundet und perfektioniert, folgen auch Stücke wie „Cross The Great Divides“ und der Titelgeber„Master Creator“, auch wenn kein Song wie der andere aufgebaut wird, Spielereien durch Tempowechsel, eingängige Riffs und Hooks oder Intros keine Langeweile aufkommen lassen. Dennoch ist diese Spielart maßgebend und dominiert das Album, häuft einen musikalisch qualitativ hochwertigen Song auf den nächsten. Bei „Moonlit Night“ denkt man kurzfristig, dass man die Doublebass nun zur Abwechslung mal in den Urlaub geschickt hätte, doch dies hält nicht lange. Sehr abwechslungsreich in der Rhythmik und getragen von großen Tönen outet sich „Moonlit Night“ fast schon als Power-Hymne, die sich im Ohr festhakt und einfach nicht mehr weg will. „The Riddle“ schießt dann noch einmal ein paar soundtechnische Specials dazu und baut wieder ordentlich Spannung auf. Gut so, denn der Track davor entpuppt sich als Ballade. Auf die Speednummern von SINBREED wirkt diese fast wie von 100 auf 10, allerhöchstens. „At The Gate“ ist nicht schlecht, aber leider auch mit recht wenig Spannung und im Vergleich zu anderen Metalballaden auch nur Durchschnitt. Schnell wieder zurück zu Powerstimme und Doublebass-Gewitter. Das steht SINBREED viel besser! Glücklicherweise kennen und verstehen sie ihr Handwerk und nach dem schon vorgestellten „The Riddle“ schieben sie mit „The Voice“ ein absolutes Kraftstück hinterher, das auch eines Titelsongs würdig wäre, ehe der Rausschmeißer noch einmal mit kraftvollem Tempo, eingängigen Riffs und einem eingängigen Chorus besticht. Anspieltipps? Vergesst es. Das Album ist von vorne bis hinten ein Genuss, also einlegen und durchlaufen lassen!

SINBREED bringen noch direkter auf den Punkt, wofür die Band steht und dabei machen sie sich Stück für Stück unabhängiger und eigenständiger vom Sound ihrer Kollegen, deren Einflüsse gerade beim ersten Album noch recht stark hörbar waren. SINBREED bietet nun unverkennbar genau das, worauf sie abzielen. Kraftvollen schnellen Metal, der an Melodie genau das Maß mitbringt, das es braucht, um eingängig zu sein, ohne den Sound dabei zu verschnörkeln und zu verkitschen. Balsam für die Ohren derjenigen, denen ausschweifendes Keyboard-Gefriemel manchmal dann doch auf den Zeiger geht. 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Lisi Ruetz (13.03.2016)

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