Desaster - The Oath Of An Iron Ritual

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VÖ: 08.04.2016
Bandinfo: DESASTER
Genre: Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

"DESASTER haben sich weiterentwickelt“. Mit einer solchen Aussage könnte man so manchem Anhänger der Black-Thrash-Legende wahrlich den Todesstoß versetzen. Gerade die über die Jahre gewachsene, erarbeitete und gelebte Credibility ist ja eines der DESASTER-Trademarks überhaupt, für das sie ihre Anhänger verehren und ihnen schon seit vielen Jahren die Treue halten. Abseits der "regulären" Thrash-Bands erhoben sie sich über die immer größer werdende Konkurrenz, platzierten sich ganz oben in der Nahrungskette der schwarzen Thrash-Partien und erschufen wie selbstverständlich sowohl Klassikeralben als auch Genre-Hymnen, die unumstößliche Fixpunkte im Liveset bilden. Das Jubiläum wurde 2014 mit einem Livedreher (zum Review) gefeiert, als Studio-Wiedereinstieg erschien letztes Jahr eine Split-7“. „The Oath Of An Iron Ritual“ reiht sich nach "The Arts Of Destruction“ (auch schon vier Jahre alt) nun als Perle Nr. Acht in die Discographie ein und läßt dem Intro gleich „Proclamation In Shadows” folgen, das in seiner Hymnenhaftigkeit wohl ein Fixstarter im Liveset sein wird.

Und weiter breiten die Koblenzer ihre schwarzen Schwingen aus und lassen mit ihren Nackenbrechern Düsternis über die Musiklandschaft hereinbrechen. Egal, ob flott marschierende Klopfer wie das bärenstarke „End Of Tyranny“ oder das intensive, einprägsame “The Cleric's Arcanum” (ja, die Meister führen einmal mehr eindrucksvoll vor, wie man in drei Minuten Spielzeit alles sagen und niederreißen kann!) mit seinem typischen DESASTER-Beginn und dem ebenso liebgewonnenen psychotischen Gelächter von Sataniac. Über allem thront Drummer Tormentor/Husky, der mit seinem Panda-Basser Odin das rumpelig-geile Rhythmusfundament zementiert, auf dem die melodisch-hymnische Gitarre und das abartige Gekotze von Sataniac aufbauen können. Das lange „Haunting Siren“ ist ein Highlight auf einem ohnehin starken Album und hängt sich aufgrund der Harmonien und dem Refrain – ebenso wie „Damnatio Ad Bestias“ - im Ohr fest. Geil auch der doomige Beginn in "The Denial" und das rabiate „Conquer & Contaminate”, das alles im Umkreis abholzt und niederhackt. Ganz am Schluß zeigen sich die Koblenzer noch von ihrer abwechslungsreichen Seite und beschließen das Album mit dem epischen "At The Eclipse Of Blades".

Aufnahmetechnisch holte man sich dieses Mal den Propheten zum Berg, sprich aufgenommen wurde unter der Ägide des Produzenten im Bandproberaum. Gelungenes Experiment, wie man am voluminösen, gelungenen Sound erkennen kann, der dem rohen wie meisterhaften Geprügel einen todesmetallischeren Anstrich verpaßt. Den vernichtenden Liveshows fügt der Vierer für die Fan-Rundumverpflegung nun einen weiteren, mit einem tollen Artwork ausgestatteten Studiodreher hinzu, der dem Vergleich mit dem starken Vorgänger standhält, den Mitbewerb weit hinter sich läßt und DESASTER weiter an der Schwarz-Thrash-Spitze festzementiert. „The Oath Of An Iron Ritual“ beweist einmal mehr, dass die schwarzen Feuer, in denen DESASTER ihren Stahl schmieden, noch immer lodern und den Fanlegionen den Weg durch die Dunkelheit weisen. Wo Feingeister die Graberde gedankenverloren durch ihre fragilen Fingerlein rieseln lassen, durchpflügen DESASTER den Gräberacker mit grobem Gerät!

Teutonic Blackened Thrash At It´s Best!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (01.04.2016)

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