GOOD TIGER - A Headful Of Moonlight

Artikel-Bild
VÖ: 22.04.2016
Bandinfo: GOOD TIGER
Genre: Progressive Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Wenn eine neu gegründete Band mittels Crowdfunding fast 50.000 Dollar für eine Albumproduktion aufstellen kann, sind wohl keine Unbekannten am Werk – tausende Metalcore-Partien, die „eh kurz vom Durchbruch stehen, aber die Manager / Labels / Radiostationen verstehen unsere Musik nicht“, würden für den Bruchteil einer solchen Summe den Bassisten verkaufen.

Tatsächlich stehen hinter GOOD TIGER (nicht der originellste Name. War GOOD CAT schon vergeben?) Musiker aus den bekanntesten jungen Core/Djent-Gruppen Ihrer Majestät. Sänger Elliot Coleman war bei TESSERACT, die Gitarristen Dez Nagle und Jo Ardiles bei THE SAFETY FIRE und Bassist Morgan Sinclair hat’s immerhin zum Tourmusiker von den ARCHITECTS geschafft.

Von daher ist es schon relativ klar, wohin die Richtung auf dem Debütalbum „A Headful Of Moonlight“ geht: hier wird massen- und jugendkompatibler, progressiver Metal geboten. Die hohe Qualität der Scheibe ist aber dann doch überraschend, auch weil die Musiker in der Welt verstreut sind und hauptsächlich per Internet Kontakt haben.

So ist „A Headful Of Moonlight” ein bemerkenswert kohärentes Album aus einem Guss geworden, das über die gesamte Länge überzeugt und manchmal sogar begeistern kann. Vor allem der Anfang der Scheibe hat es in sich: die Single „Where Are The Birds“ und „Snake Oil“ sind beschwingte Party-Kracher mit hohem musikalischen Anspruch im Hintergrund. „Enjoy The Rain” und „I Paint What I See” bleiben auch gut im Ohr hängen, bevor mit „Aspirations” ein eher unauffälliger Titel kommt. „Latchkey Kids” überzeugt mit fernöstlichem Touch und „All Her Own Teeth“ ist der härtetechnische Höhepunkt der Scheibe. „Understanding Silence” ist dann als Kurz-Ballade auch eher verzichtbar, weil der Rest des Albums eh schon recht entspannt daherkommt, bevor dann mit „'67 Pontiac Firebird“ ein standesgemäßer Ausklang stattfindet.

Am gemeinen Kutten-Metaller wird GOOD TIGER aufgrund der musikalischen und textlichen Ausrichtung eher vorbeigehen (schwer vorstellbar, dass so einer bei einem Konzert Texte wie „Dance Like There’s No Tomorrow“ von „Where Are The Birds“ mitsingt…). Zumal der Härtegrad auch eher gering ist, der größte Teil von „A Headful Of Moonlight“ wird clean (aber dafür gut) gesungen, die wenigen zwischendurch eingestreuten Growls dienen eher als Auflockerung.

Für alle anderen bieten GOOD TIGER eine gelungene Mischung aus musikalischer Qualität und mehrheitstauglichen Hits. Wenn sie in Zukunft dann noch die kleinen Durchhänger ausbessern, dürfen sie sich beim nächsten Album VERY GOOD TIGER (oder BETTER TIGER?) nennen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (18.04.2016)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: FLESHGOD APOCALYPSE - Veleno
ANZEIGE