Hodja - Halos

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VÖ: 18.03.2016
Bandinfo: Hodja
Genre: Blues Rock
Label: Noisolution
Lineup  |  Trackliste

Es war gerade mal vor einem Jahr, als das dänische Trio mit ihrem Debütalbum „The Band“ auf sich aufmerksam machen konnte und gute bis sehr gute Kritiken seitens der Musikpresse erhielt. Nun lassen sich Tenboi Levinson und F.W. Smolls (besser bekannt als Claudius und Matthias mit ihrer musikalischen Hauptbeschäftigung REVEREND SHINE SNAKE OIL CO ) mit „Halos“ weiter in ihrer reduzierten und gefühlsstarken Soundlandschaft zwischen Soul, Gospel, Blues und Rock'n Roll fallen, ohne dabei auch nur im geringsten retro zu klingen. HODJA ist nicht nur einfach Musik. HODJA ist eine Reise! So als würden sich die besten Freunde in einer Garage treffen und ihre Emotionen in einer spontanen und ungeplanten Jam-Session ausleben.

„Halos“ ist eine sehr abwechlsungsreiche Platte, die minimalistisch gekonnt in Szene gesetzt wurde und geradezu durch Tenboi Levinsons vielseitige und emotionale Stimme lebt. Der Titeltrack öffnet bluesig, stampfend, mit wimmernden Gitarren versehen die musikalische Pforte, die einen gedanklich tief in die Musikszene von New Orleans wirft. Und so wird man an allen Ecken und Enden in der nächsten Dreiviertelstunde mit den musikalischen Südstaatenwurzeln konfrontiert. „Halos“ wabert geradezu durch die Lauschlappen ohne dabei seinen eigenen Rahmen zu verlassen. Die gefühlvollen, nachdenklichen Vocals bringen sich hervorragend ein - ein sehr gekonnter Start in den Silberling, der die Vorfreude auf das andere Material deutlich anhebt.

Mit den nächsten Nummern „Gazelles“ und „Cheap Wine“ - zu „Gazelles“ wurde vorab ein Musikvideo gedreht - wird es deutlich schneller und rockiger. HODJA zeigen sich von einer etwas anderen Seite. Neben der bekannten Portion Blues fließt hier etwas mehr Black'n Roll mit ein. Gerade „Cheap Wine“ mit seiner minimalistisch brummenden Gitarre weckt Erinnerungen an das amerikanische Bluesrock-Duo THE BLACK KEYS.

Mit „Other Lovers“ wird jedoch alles positive über Bord geschmissen. Die Existenz dieser Nummer ist nicht gerade einleuchtend. Der Sprechgesang, eher einfach nur ein Sprechen, und die sich ewig wiederholenden Textpassagen lassen HODJA doch eher in einem sehr schlechten Licht dastehen. Nicht gerade die Vorzeigenummer! Es wird mit „Before The Rain“ weiter experimentiert und so folgt eine weitere Nummer die nicht so recht zünden will. Man hat zwar hörbar eine Vision und erschafft zu einem gewissen Grade auch einen sehr eigenständigen Sound, doch packen will der Sound nicht wirklich, und so geht auch diese Nummer eher im Album unter.

Mit dem sehr verträumten „Broken Engines“ gelangt man nach dem eher verhaltenen bis teils erschreckenden Mittelteil doch wieder zu der anfänglichen Stärke. Auch das sehr minimale, ruhig gehaltene „No Tomorrow“ ist eine hervorragende Nummer und entwickelt sich zu einem der großen Songs der Platte. Geht tief unter die Haut, spielt mit Soundfragmenten und die schmerzerfüllte Textpassage "You think you lived forever, but there is no tomorrow" ist schon ganz großes Gefühlssound-Kino. Das positiv klingende, rhythmische „Every Time You Hang Your Coat“ wäre der perfekte Abschluss der Platte gewesen. Auch der Song tröstet einen mehr als gekonnt über den schwachen Mittelteil hinweg.

HODJA ist ein weiterer großer Wurf gelungen, der jedoch sehr mit seinem Mittelteil zu hadern hat. Wäre dieser anders ausgefallen wäre definitiv sehr viel mehr drin gewesen.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Halos“.

 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (04.04.2016)

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