SCHLACHTHAUS ZUKUNFT - absolve domine

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VÖ: 16.01.2016
Bandinfo: SCHLACHTHAUS ZUKUNFT
Genre: Extreme Metal
Label: Eigenproduktion
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

Guten Tag. Ich liebe Vinyl. Lieben Sie auch Vinyl? Wenn ja, dann stört Sie dies womöglich auch, wenn Sie eine ihrer Lieblings Compact Discs auf Platte bestellen und statt einer, eine Doppelplatte erhalten. Das wäre noch kein Problem, würde da auch eine vernünftige Anzahl an Songs drauf sein. So ist es meist nicht -  Der Inhalt einer CD geht sich von der Abspieldauer genau nicht auf eine schwarze Scheibe aus, darum liefert man zwei der Teile – der Preis wird teurer und das Schlimmste an allem: Sie müssen nach drei drei bis vier minütigen Liedern die Seite wechseln. Jammern auf hohem Niveau? Zumindest lästig ist das!

Warum diese einleitenden Worte? Das vorliegende Werk kennt diese Probleme nicht. Warum? SCHLACHTHAUS ZUKUNFT (ich gebe zu, der Name sprach mich gleich beim ersten Lesen an) produzierten eine Platte (vorerst nur als Download und Stream erhältlich) , die nur zwei Lieder besitzt. Zwei Lieder – jeweils zwanzig Minuten – jedes Lied eine Seite der Platte. Perfekt oder? 

Nun gut, kommen wir zum musikalischen Abschnitt des Reviews:

Absolve Domine I:
„vielleicht ist es notwendig, nicht nur daran zu denken
vielleicht ist es notwendig, es sich nicht nur vorzustellen
vielleicht ist es notwendig, mein Schwert zu erheben
und dieses Leben zu zerstören“

Der erste Teil des Kunstwerks beginnt mit eben jenen gesprochenen Zeilen und bereitet dem Zuhörer über einen atmospherischen Teil auf den Hauptpart vor: Blastbeats überschlagen sich mit Gitarrengezerre und krächzendem Gesang. Keine typischen Songzeilen, sondern Gebetstexte. Ab der Hälfte wird es wieder düster: Eine Art zweite Strophe lässt sich erahnen. Refrain gibt es keinen, warum auch? Nach weiteren Gebetszeilen taucht der Song in die tiefsten Sphären des Universums ab und lässt den Zuhörer minutenlang CounterStrike 1.6 Hintergrundgeräusche (oder ähnliches) wahrnehmen. Anfangs passend, zieht sich das Ganze aber bis Ende der ersten Seite der Platte hin und wird auf Dauer etwas langweilig.

Absolve Domine II:
Part Zwei fügt sich an Part Eins nahtlos an und hebt das Aggressionspotenzial nach entspannenden Atmospheric-Minuten wieder an. Traumhaft exzessive, typisch schnelle Extreme Metal / Black Metal Parts. Das Konzept der wechselnden Gefühle wird weitergetrieben. Der Zuhörer wird gezwungen, seine Gehirnwindungen für abnormale Melodien zu trainieren. In der zweiten Hälfte geht es stark in den Industrial Bereich und bekommt dadurch noch eine starke Programming-Schlagseite.

Fazit:
Nach dem ersten Durchhören noch nicht überzeugend, wird das Album von Mal zu Mal besser und ist eine wahre Bereicherung der österreichischen Musikwelt. Ein Konzeptalbum, das auch nur so genossen werden sollte. Der erste Teil von Absolve Domine I wird von meiner Wenigkeit aber definitiv favorisiert. Teilweise sind die Atmospheric/Ambient-Parts zu sehr in die Länge gezogen, was anfangs dazu verleitet nach vorn zu spulen.

Bleibt nur zu hoffen, dass es in Zukunft mehr des Schlachthauses zu hören gibt. Bis dahin:

death to hope
death to joy
death to bliss
death to all life

now die!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Kalti (08.04.2016)

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