GHOST BATH - Moonlover

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VÖ: 19.02.2016
Bandinfo: GHOST BATH
Genre: Post-Metal
Label: Nuclear Blast Records
Lineup  |  Trackliste

1. Hypothese:

Auch wenn Nuclear Blast draufsteht, ein Album mit dem Titel "Moon Lover" einer Band mit dem Namen GHOST BATH muss unweigerlich bescheuert klingen, zumindest so bescheuert, wie der Namen der Band selbst.

2. Einleitung:

Laut Band bezieht sich Geisterbad auf einen Suizid mittels Selbst-Ertränkung. Die vier Bademeister stammen – wie man mittlerweile bekanntgegeben hat – aus North Dakota, USA. Lustigerweise galt die Band bis 2015 offiziell als chinesisches Gegenstück zu den Amis DEAFHEAVEN, vielleicht aufgrund des ehemaligen chinesischen Labels, vielleicht aber auch, weil sich die Musiker hinter typisch ostasiatischen Pseudonymen wie 杰米 oder 泰勒 verstecken. GHOST BATH gefielen sich bis dato in der Rolle als chinesische Band, da sie laut eigener Aussage ihrer Musik keine realen Gesichter geben wollten und sich wünschten, als Band mit allen menschlichen Wesen verbunden zu sein. Die haben wohl bereits zu viele Geisterbäder hinter sich gebracht…

Ziel der vorliegenden musikwissenschaftlichen Abhandlung war es, oben genannte Hypothese anhand der Antworten auf folgende Fragen zu verifizieren:

  1. Stimmt der Titel der Band mit dem Sound überein? (Gewichtung: 35%)
  2. Stimmt der Titel des Albums mit dem Sound überein? (Gewichtung: 35%)
  3. Sollte die Musik bescheuert sein, klingt sie vielleicht trotzdem gut? (Gewichtung: 20%)
  4. Welche Rolle spielt es, ob GHOST BATH jetzt Chinesen oder Amerikaner sind? (Gewichtung: 5%)
  5. Kann es tatsächlich sein, dass ein Label wie Nuclear Blast eine bescheuerte, amerinesische Band unter Vertrag nimmt und ist dies positiv zu werten? (Gewichtung: 5%)

3. Material & Methoden:

Folgende Gerätschaften bzw. Versuchsbedingungen standen für die Ermittlung der Daten zu Verfügung:

  • Eine herkömmliche Badewanne zum Anlocken von Geistern.
  • "Moon Lover " – vorliegend als Badesalz.
  • Ein zu spirituellen Sinnesorganen umfunktionierter Satz Ohren.

4. Ergebnisse:

  1. GHOST BATH klingen tatsächlich wie ein geisterhaftes Bad. Wer mit einer gewissen Offenheit gesegnet ist, kann die Emotion des oben beschriebenen Suizids spüren. "Golden Number" klingt zum Beispiel wie der Ausflug an ein wunderschönes, beinahe kitschiges Flussufer, der lediglich durch die bestialischen Schreie eines Sterbenden gestört wird. Ergebnis: 90%
  2. Was darf man sich überhaupt unter einem "Moon Lover" vorstellen? Geht es da um sexuelle Obsessionen von spirituellen Spinnern oder ist der Titel einfach nur als romantischer Quatsch zu verstehen? In beiden Fällen besteht eine gewisse Korrelation, immerhin klingt "Moon Lover" besser, je später der Abend wird, also die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit des Mondes steigt (von Neumond einmal abgesehen). Ergebnis: 70%
  3. Ob Musik bescheuert ist oder nicht, geht einem Kenner sowieso am Allerwertesten vorbei. Wichtig ist, ob sie einen mitreißt oder eben nicht. Freunde von Post-Black Metal werden mit Sicherheit mitgerissen, andere sollten bezüglich "Moon Lover" besser hinterm Mond bleiben. Ergebnis: 50%
  4. Warum ist es eigentlich so wichtig, woher eine Band kommt? Jeder, der schon mal ein Metal-Festival besucht hat, weiß um die Vorzüge von Vielfalt und Internationalität. Da ist man sowieso eins mit der ganzen Welt. Die Herkunft spielt somit keine Rolle. Ergebnis: 0%
  5. Natürlich hat ein professionelles Label wie Nuclear Blast nicht nur poppige bzw. massentaugliche Kommerz-Metal-Bands im Repertoire. Vielfalt ist das Stichwort und Vielfalt ist definitiv positiv. Ergebnis: 100%

5. Captain’s Fazit

Nach Adam Riese erreicht "Moon Lover" ein Gesamtergebnis von 71%. Somit ist die vorschnell aufgestellte Hypothese doch deutlich widerlegt. GHOST BATHs zweites Album dürfte lediglich für 29% der Hörer bescheuert klingen, alle anderen werden an den geisterhaft lunaren, teils mit verträumtem Klavierspiel verstärkten Klängen ihre Freude finden, zumindest für die Dauer eines Bades.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Captain Critical (12.04.2016)

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