Black Mountain - IV

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VÖ: 01.04.2016
Bandinfo: BLACK MOUNTAIN
Genre: Psychedelic Rock
Label: Jagjaguwar
Lineup  |  Trackliste

A Modern Way Back To The Roots!

Die kanadischen Spaced Age Rock 'n' Roller melden sich nach fast sechs Jahren mit dem Schlicht betitelten „IV“ aus der Versenkung zurück. Während das selbstbetitelte Debütalbum „Black Mountain“ (2005) noch mit Einflüssen a la PINK FLOYD, BLACK SABBATH, VELVET UNDERGROUND, CAN und LED ZEPPELIN überraschte, ging es mit „In The Future“ (2008) gleich einen Schritt weiter und man war für den Polaris Music Preis nominiert. Der Song „Stay Free“ war zudem im Hollywood-Blockbuster „Spider Man 3“ zu hören. „Wilderness Heart“ (2010), mit dem an den "Weißen Hai" angelehnten Cover, war dann das bis dato letzte musikalische Lebenszeichen der Kanadier. Nun legt die Combo mit „IV“ ein sehr modern klingendes Album vor, welches laut Bandaussage stark von ACDC, AMON DÜÜL, HEART, HAWKWIND, KING CRIMSON und KRAFTWERK beeinflusst ist.

Nachdem man fast sechs Jahre lang auf neues Material von BLACK MOUNTAIN warten musste, stiegen die Erwartungen natürlich umso deutlicher. Die Reise ins neue Material beginnt mit dem fast neunminütigen „Mothers Of The Sun“: leichte Space Rock Attitüden, ein ordentlicher Schwung Psychedelic Rock und eine gewisse Portion Synthesizer-Modernität - mit der das Prädikat retro abfällt - führen gekonnt und zufriedenstellend ins sehr abwechslungsreiche und weiträumige neue Album. Gerade die zweistimmigen Vocalduelle zwischen Stephen McBean und Amber Webber kommen den Sound sehr zugute. Das Warten hat sich gelohnt!

Nach dem ausufernden Opener zieht die Combo mit „Florian Saucer Attack“ die Geschwindigkeitsschrauben an. Die von einer gewissen Leichtigkeit getragene Nummer stampft und rockt durch die Lauschlappen. Das Schlagzeug, zu dem sich Disco-ähnliche Synthesizer-Klänge einreihen, gibt den Takt vor. Es geht weiter mit dem eher verhaltenden „Defector“, der durch seinen fast monotonen, unterschwelligen Beat zum Träumen einlädt. Getragen wird auch diese Nummer von den gekonnt eingesetzten, zweistimmigen Vocalduellen.

„You Can Dream“ startet mit seinen Computersound-ähnlichen Klängen sehr unnatürlich, hier wurde definitiv zuviel mit Synthesizer-Klängen gearbeitet und das schadet der eigentlich sehr gelungenen Nummer. Gerade diese Fülle an modern ausgefallenen Klängen ist sehr gewöhnungsbedürftig und kratzt am psychedelischen Raum, den die Kanadier genau wie ihre Genrekollegen um die BLACK ANGELS eigentlich stets gekonnt in Szene gesetzt haben. „Constellations“ reiht sich wie der vorige Song in dieses negative Licht ein. Auch bei dieser Nummer wurde zu viel experimentiert und sie verläuft nach einem UNCLE ACID & THE DEADBEATS-ähnlich klingendenden Start zu monoton.

Mit dem grandiosen, sehr nach 60s klingenden und mit Akkustikklampfe vorgetragenen „Line Them All Up“ kriegen BLACK MOUNTAIN aber wieder die Kurve. Hier wurden die Synthesizer-Klänge zurückgefahren und das steht der Nummer sehr gut zu Gesicht - ebenso wie die traumhaften Vocals von Amber Webber. Die Nummer erinnert an Singer-Songwriterinnen à la JOAN BAEZ oder MELANIE. Minimalistisch, super Song! „Cemetery Breeding“ ist dann eine weitere sehr gelungene Nummer, getragen von Stephen Mc Beans-Stimme. Sehr flott, fröhlich, leichtfüßig.

„(Over And Over) The Chain“ und „Space To Bakerfield“, beide über acht Minuten lang, sind dann die monumentalen Closer der Platte. Während ersterer sehr düster startet und etwas Zeit benötigt, um in Fahrt zu kommen, ist zweiterer eine spannende psychedelische Reise und ein gekonnter Abschluss der Platte.

BLACK MOUNTAIN schaffen es auf ihren neuen Album einen Schritt weiter zu gehen. Sie klingen bei weitem nicht so retro wie der derzeit überlaufende Retro-Markt, obwohl sie die 70er Psychedelic-Space Rock- Zutaten gekonnt verwenden. Das Einbringen von Synthesizer-Klängen macht „IV“ einfach sehr modern. Trotz der sehr gelungenen Platte ist das 2008er „In The Future“ für mich noch immer das Vorzeigealbum der Band.
 

Lauchlappen-Orgasmus-Faktor: „Line Them All Up“:



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (27.04.2016)

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