Goatess - Purgatory Under New Management

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VÖ: 15.04.2016
Bandinfo: Goatess
Genre: Doom Metal
Label: Svart Records
Lineup  |  Trackliste

Im Doom Metal ist eigentlich alles schon gesagt worden. Umso mehr erfreut sich das Herz des Doomsters, wenn es sich einfach zurücklehnen und sprichwörtlich hochklassigen Alben lauschen kann, die - welch Überraschung! - an die Großmeister BLACK SABBATH angelehnt sind und sich diesem schier übermächtigen Vorbild auch noch mehr als würdig erweisen. GOATESS aus Schweden versuchen erst gar nicht, aus ihrem Sound ein originelles Wundermonstrum zu machen, sondern zelebrieren die Trademarks, die ihnen die Urväter vor Jahrzehnten bereits perfekt vorexerziert hatten, mit Bravour. Dies mit viel Gefühl, Verständnis für die Grundwerte, Inbrunst und Können. Wesentlicher Earcatcher und Erfolgsfaktor des blaugelben Quartetts ist dabei Sänger Christian Linderson, der schon das Debut einsang und auch bei den lässigen LORD VICAR seine Stimmbänder OZZYstyle in Schwingung versetzt (Genrekenner sind ohnehin schon im Bilde und können den Guten auch dem COUNT RAVEN und SAINT VITUS Line-Up zuordnen). GOATESS verstehen sich darauf, ihren stonermäßigen Doom zäh fließen zu lassen, ohne ewig auf der Stelle zu treten und kommen ohne unkreative Lava-Endlosschleifen oder undurchdringlich-langweilige Süßqualm-Wände aus.

Folgerichtig bleiben auch Songmonster wie das fast elfminütige "Moth To Flame" kurzweilig, gleiten nicht in die monotone Belanglosigkeit ab und wirken vielmehr dynamisch, durchdacht und belebt. So wartet auch jeder Song mit seinen Besonderheiten auf. Der SABBATHeske Ruhigteil findet sich im Titeltrack, "Murphy Was An Optimist" wartet mit einem geilen Gitarrensolo auf, "Crocodilians And Other Creepy Crawling Shhh..." überzeugt als psychedelischer Instrumentaltripp, auf "Shadowland" übt sich Linderson in gesanglichen Variationen, "Silent War" rockt stonermäßig und breit, der Rausschmeißer "Good Moaning" frißt sich mit seiner Leichtigkeit fast hitmäßig im Ohr fest, griffige Bassspuren und wuchtige Riffwalzen (etwa "Wrath Of God") sind auf dem Zweitling ohnehin omnipräsent. "Purgatory Under New Management" amüsiert mit seinem Titel und bietet auf 63 Minuten hochklassiges Genrefutter für die Doom/Stoner-Gemeinde. Wer sich dieses Album heuer entgehen läßt, hat definitiv Einiges auf dem Sektor verpaßt!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (27.04.2016)

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