JOHN DEAR - Far Down The Ghost Road

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VÖ: 26.03.2016
Bandinfo: JOHN DEAR
Genre: Blues Rock
Label: Noisolution
Lineup  |  Trackliste

THE BLACK KEYS-Zwilling!

"JOHN DEAR hat zwei Köpfe, vier Arme und ein Herz, das den Rhythmus schlägt. JOHN DEAR sind Guillaume Wuhrmann an Bart, Stimme und Gitarre und Catia Bellini an Stirnfransen und Schlagzeug. JOHN DEAR ist nackter Rock. JOHN DEAR ist aber auch dieser Mittvierziger in bester Form, der sich in Angus Youngs Shorts stürzt und darin die USA durchquert, um einen Roman zu schreiben - nur wird sich niemals hilflos genug fühlen, um seine eigene Geschichte zu Ende zu bringen" soweit das Promo-Sheet des Labels. Beim ersten rotieren der Promo und dem Lauschen des feuerigen, ironischen Blues Rocks des Duos kamen nicht nur sogleich Erinnerungen an die umwerfenden frühen THE BLACK KEYS hoch, sondern es wuchs auch die Vorfreude darauf, diese Für-Jeden-Und-Keinen gemachte Platte zu rezensieren.

Man rauscht sehr blueslastig, stampfend und mit einen gewissen musikalischen New Orleans-Touch in die Platte, obwohl die Klänge in der Schweiz entstanden sind. „Heavy Dance“ stampft unaufhaltsam und zielstrebig nach vorne. Angetrieben von einem gewissen angekotzt-sein. Ähnlichkeiten zu den frühen BLACK KEYS und den WHITE STRIPES sind nicht zu überhören. Mal brummt die E-Klampfe, mal schnurrt sie wieder - doch auf sehr groovende Weise. Eine Nummer wie gemacht für eine Old School-Bar-Juxebox. Ein gelungener Start in den Rundling! Dieser geht dann über in das hooklastige, saugeile Gitarrenriff-Intro zu Beginn von „Beautiful & Damaged“. Der Song baut sich zu einen sehr melodiösen Stück auf. Schon jetzt ist klar, dass JOHN DEAR ein sehr zweischneidiges Schwert ist. Entweder man ist sofort angetan und lernt das Material lieben oder man findet prompt keinen Zugang und springt weiter zu einer der unzähligen Platten, die dort draußen warten entdeckt zu werden.

„Rust & Stardust“ ist ein weiteres stampfendes Untier auf „Far Down The Ghost Road“ - mit ordentlich Pfeffer im Arsch. Eine Nummer, die nur so über einem hinweg groovt. Gerade die Blasinstrumente erweitern gekonnt das musikalische Spektrum, ohne dabei den Song auch nur im entferntesten glattzubügeln - das wäre nämlich der Tod des Songs.

Instrumentalsongs sind in den meisten Fällen herzlose Füller, deren Existenz sehr fraglich ist, doch „The Ghost Road“ zählt zu den wenigen Ausnahmen, die richtig zünden und Spaß machen - ein verträumtes, fast balladeskes Instrumental. Einfach zum Träumen schön, wie die Ruhe im Auge des Hurricans. Mit einen leichten STONED JESUS „Bright Light the Morning“-Touch.

„Step Into The Game“ stampft dann wieder um sein Leben, doch kommen einem der Songaufbau und manche Akkordwechsel ziemlich bekannt vor. So auch „Gunshot Wedding“: die Nummern im zweiten Teil der Platte zünden nicht mehr wie zu Beginn, vieles klingt doch zu ähnlich. Auch das Einbringen weiblicher Vocals bei „Gunshot Wedding“ oder das Space Rock-ähnliche Soundwabern bei „Federer“ kann daran nicht mehr viel ändern.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Beautiful & Damaged“:



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (01.05.2016)

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