MartYriuM - Destiny Wore A Bondage Mask

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VÖ: 28.03.2016
Bandinfo: MartYriuM
Genre: Symphonic Black Metal
Label: Art Gates Records
Lineup  |  Trackliste

Antha's kleiner SM-Leitfaden - der Serie erster Teil. Ja, heute sprechen wir tatsächlich nicht über Social Media, sondern über die andere Bedeutung dieser beiden Buchstaben. Wir beschäftigen uns hierbei mit den Fantasien einiger Staatsbürger aus Malta, die unter dem Namen "Martyrium" (Nomen est omen!) firmieren.

Fühlen sie sich manchmal so unterfordert, so voller Tatendrang, erregt bis zum Explodieren? Und wollen sie dann, zum Zwecke der Befriedigung dieser niederen Gelüste, eine Horde gutaussehender Personen gegensätzlichen Geschlechtes mit Halsband und Leine im Fritzl-Style in eigenhändig gegrabene Katakomben schleifen, um im dortigen, privaten Folterkeller ein wenig entspannenden Spaß zu haben? Ja? Dann werden sie im Folgenden bestimmt gut unterhalten werden. Und sie werden die putzigen Malteser (schreibt man das so? Nein, nicht die Hunde, die die in Malta leben... wobei, im gegenständlichen Fall könnte man im Petplay-Bereich durchaus... ach, lassen wir das. Darüber unterhalten wir uns vielleicht später.) mit denen wir uns heute befassen, bestimmt mögen. Denn laut deren Albumtitel "Destiny Wore A Bondage Mask", trägt das Schicksal also eine Bondage-Maske.

Nun beginnen wir zunächst einmal, für die weniger Wissenden unter den Lesenden, mit Begrifferklärungen dessen was noch kommen mag. Da sich die Truppe aus Malta augenscheinlich schwer im BDSM-Bereich herumtreibt (die Annahme geht hier in Richtung "Hauptsache wir schocken" - trotzdem wird die Chose nun gnadenlos seziert), starten wir einmal mit den Grundzügen. BDSM setzt sich zusammen aus Bondage and Discipline, Dominance and Submission, Sadism and Masochism. Für explizite Definierungen der einzelnen Begriffe strapaziert bitte Dr. Google, alles andere würde den Rahmen dieses Artikels schlichtweg sprengen. Das heißt aber nicht, dass ich jetzt schon fertig wäre. Alsdann...

Bondage finden wir wieder, in der namensgebenden Maske des Albumtitels. Der Begriff an sich bezeichnet die Kunst bzw den Akt des Fesselns - hierbei sind den Fantasien der Anwender, vom überteuerten "50 Shades of Grey"-Satinschal, über Hanf-Seile (Shibari, it is..), bis hin zu den restriktiven Methoden einer Zwangsjacke, oder ganzen medizinischen Fixierungssets, keine Grenzen gesetzt. Was das mit Masken zu tun hat? Nun, da gibt es nicht nur behübschende, aus zarter Spitze bestehende Augenumschmeichler, sondern diverseste Ausprägungen von Tiermasken (wir wären wieder beim Petplay), über einfache oder aufwändige Masken die zum Zwecke der Identitätsverschleierung den kompletten Kopf umschließen, bis hin zur Masken-Königsklasse aus dem Bereich der Deprivation: Blickdicht, abschließbar, gepolstert, um den Hörsinn auszuschalten - und die einzige Atemmöglichkeit für den Probanden, durch das Luftloch des Knebels in seiner Fresse. Klingt verlockend, oder? Gut, letzteres wäre für eine Band vermutlich ein wenig unpraktisch - ein paar hübsche Beispiele der nicht ganz so einengenden Varianten führen die Damen im aktuellen Video der Band auch vor. Für die restliche Ausstattung konsultieren wir das Bandfoto von MARTYRIUM - Halsbänder, Harnesse, knallenges Latex - alles dabei. Natürlich auch im Musikvideo der Truppe ersichtlich - was sonst.

Das war es aber erst einmal mit der trockenen Theorie. Nun steigen wir hinab in den Folterkeller und lassen die Malteser (ich denk noch immer an Hündchen... hrhr) ihre Maso-Fantasien ausleben - "Through Masochistic Submission of Confinement", was für ein wunderbarer Titel für ein Intro. "Inside the Confessional" - jawoll, ab zur Domina des Vertrauens, zur Beichte der Sünden und anschließender lustvoller Bestrafung! Gerne auch als Rollenspiel mit heißen Nonnen in hautengem, äußerst knapp sitzendem Latex! Wenn Mann dann den Damen noch die Stiefel lecken darf, bevor sie die gut gereinigten Absätze in der edelsten Zone versenken, dann ist alles gut. Hoffentlich ist der Beichtstuhl auch schallgedämmt, denn gegen die erregenden Schmerzensschreie hilft kaum ein Knebel - absolute Stille durch ein Stückchen Stoff im Maul ist Bullshit! Hollywoodmythos! Der Typ plärrt dir die Bude zusammen! Bei MARTYRIUM keift allerdings zur Abwechslung die Dame - war wohl nicht sehr überzeugt von ihrem Untertan.

Mit "Night Penetrated Mare" reden wir dann Tacheles. Jetzt geht's ans Eingemachte, die Dame des Vertrauens packt den Strapon aus und rückt über ihren Sub, dessen Augen schon angstgeweitet sind - mit triumphierendem Grunzen (gut, ganz so erotisch wie Alissa White-Gluz vermag Vanja Obscure dann doch nicht zu Gurgeln...) versenkt sie das Stück im Hintereingang und reitet den Hengst nach allen Regeln der Kunst zu. Immerhin ists nur ein dicker, geäderter Wonneproppen der dem Herrn im Hintern steckt - ein verflossener Kollege wollte gar fellige Nagetiere in Regionen einführen, in denen die Sonne nicht scheint! Lasst euch also gesagt sein - Hamster und ähnliches Getier haben im Enddarm nichts zu suchen! Wer die Herausforderung mag, sieht sich sowieso eher nach größeren Durchmessern, anstatt lebendigen Objekten um - Geübte führen sich schon einmal eine 1,5l-PET-Flasche rektal ein. Glaubt ihr nicht? Dann fragt mal die armen Schweine in der Notaufnahme, was diese schon alles aus den menschlichen Ausscheidungsorganen klauben durften - da ist der ins Rektum gerutschte Vibrator noch das kleinste Übel. Spielzeugfiguren, Glühbirnen, diverseste längliche Gegenstände aller Größen und Formen (Gemüse ist da auch sehr beliebt - Recycling nach der Verwendung wird allerdings nicht empfohlen, es sei denn man fühlt sich sexuell zu Exkrementen hingezogen, was es ja auch geben soll... Sollte also euer potenzieller Partner die Worte "Natursekt" oder "Kaviar" in den Mund nehmen, dann ist er nicht unbedingt dekadent... aber ich schweife ab.), bis hin zu einer Jack-Daniels-Flasche. Wie auch immer der Typ das Ding mit dem Boden voran in sein hochprivates Ausscheidungsorgan gezwängt hat - lasst euch gesagt sein, Zerbrechliches hat da hinten NIX zu suchen. Es sei denn ihr wollt unbedingt entweder verbluten oder die nächsten Paar Wochen durch die Bauchdecke in ein Sackerl (für die germanischen Nachbarn: Tüte) scheißen. Da ist ein Windelfetisch (ja, gibts wirklich!) noch ungefährlicher. Sieht für Otto Normalverbraucher nur dämlich aus, ist aber harmlos. Genauso wie Ageplay, solche Sachen wie Adult Baby zb... aber ich schweife schon wieder ab. Dabei wurde der hochinteressante, für manche aber durchaus verstörende Bereich der Harnröhrentoys noch gar nicht angerissen. Auf die Idee dort mit Stacheldraht zu hantieren, so wie eine gewisse, sehr bekannte deutsche Musikgruppe die sich der Brachialromantik verschrieben hat, ist aber zum Glück noch niemand gekommen. Glaube ich zumindest.

"Filth to Filth" klingt schwer nach nach Elektrosex - richtig Trance-lastiges Geplucker gibt es aber bei der Interlude "A Seance for the Forgotten Realm", bei dem man entweder eine Runde meditiert, oder dem hörigen Sub die Elektroden auf die Eier klebt und Spaß am Zucken und dem mit der Stromstärke anschwellenden Gejammer hat. Wer gerade kein teures Spielzeug zur Hand hat, kann sich in entsprechenden Regionen auch mit Wäscheklammern oder Leimzwingen versuchen - der Unglückliche sollte aber vorher festgeschnallt sein, denn spontanes Gezappel ist nicht auszuschließen. Eine "Nyctophilia" ist dagegen ja ziemlich harmlos - die Dunkelheit, beziehungsweise die Nacht, bevorzugen doch viele Gestalten der schwarzen Szene, nicht nur aus dem Gothic- und EBM-Bereich, sondern auch die durchschnittlichen sadomasochistisch Orientierten. Im Dunkeln lässt sich eben gut munkeln, und nebenbei läuft der symphonische Elektro-Metal - wenn man ihn bei dem lustvollen Gestöhne und den Schmerzensschreien noch versteht.

Wird der Sub zu frech, die restriktivste Fixierung bringt ihn nicht zur Räson, dann hilft nur eines: zu "Necropendulum" den Rohrstock zu zücken! Wahrscheinlich gefällt es ihm sogar, wenn er schon derartig darum bettelt bestraft zu werden. Je nach Präferenzen legt nun die eine Dame nach der Cold-Caning-Methode gnadenlos los, dass der Proband schon ein hohes Maß an Selbstbeherrschung und Leidensfähigkeit mitbringen muss, um nicht zum wimmernden Klumpen Fleisches zu degenerieren, die Andere wiederum bevorzugt die feine Klinge, um den Strafwilligen zu besonderen Nehmerqualitäten zu erziehen. Ist die knackige Kehrseite des Gegenübers erst einmal durch an- und abschwellende Bearbeitung mit der flachen Hand (das fühlt sich einfach besser an, kann man schöner dosieren...) ansprechend aufgewärmt, kann man sich mit Intervallen in ansteigender Intensität und mit verschiedensten Instrumenten (vom Paddle über Gerten und Flogger, bis hin zu Rohrstöcken und der klassischen Bullwhip - letztere braucht aber viiiel Rangierspielraum und ein hohes Maß an Übung!) an die Grenzen herantasten. Striemen, Blutergüsse und oberflächliche Hautverletzungen nicht ausgeschlossen - je nach Härtegrad dieser submissiven, masochistisch veranlagten, unwerten Existenz die da gerade wimmernd um Gnade fleht. Nein, Beleidigungen sind nicht obligat. Eigentlich ist nichts "obligat", was das Gegenüber nicht gewillt ist zu ertragen.

Und wenn einer drauf steht, dass die "Demonica Saint" einem eine Nadel durch das beste Stück jagt - solls eben so sein. (Bitte vorher ein Anatomiebuch konsultieren, oder besser für sämtliche Kliniksex-Spielereien eine entsprechende Grundausbildung im medizinischen Bereich anstreben!) Da gibt es übrigens auch ein hochinteressantes, in der Szene weit verbreitetes Piercing... Dr. Google hilft bestimmt weiter. Gibt auch Videos dazu, für die ganz Harten. Nachdem ihr inzwischen ein wenig Weiß um die Nase seid, sei euch noch mit auf den Wege gegeben: Das liest sich im Großen und ganzen Wilder als es ist. Was hier so abartig klingen mag, macht gar nicht wenige Leute glücklich, versetzt sie sogar in absolute Ekstase. Sind sie deswegen unberechenbare Irre: nö.

Genausowenig wie diese Truppe an Maltesern (ich komme nicht über das Wort hinweg...), die eben auf diese, auch in der modernen Zeit, noch immer etwas anrüchige Schiene aufgesprungen ist, aus unberechenbaren Irren besteht. Unberechenbar ist höchstens ihr Sound, der irgendwo zwischen Symphonic Black Metal, Industrial und enorm Elektrolastigem EBM, der partiell in Trance-Bereiche abgeleitet, pendelt. Dafür dass MARTYRIUM ursprünglich eine der ersten Black-Metal-Bands in Malta waren, ist das eine äußerst schräge, wenn auch in den Grundzügen gut gemachte Mischung. Allerdings kann sich leider nichts so wirklich hervortun, oder groß im Gehörgang festfressen - sowohl die wirklich derben, eruptiven Momente des schwarzmetallischen Geböllers, als auch die elektronisch orientierten, fast spirituellen Passagen bleiben eher im durchschnittlichen Bereich hängen. Ein Bonussternchen gibts für die zur Schau getragene SM-Attitüde und das coole Video - wer nach wirklich Schrägem zur Vervollständigung der metallischen Landkarte sucht, sollte hier zugreifen. Also - ceep calm, and practise BDSM. Amen.

 

 

P.S.: Fürs Protokoll - BDSM fußt vor allem auf einem: gegenseitiges Vertrauen. Also glaubt nicht jeden Scheiß der irgendwo im Internet steht, oder den ihr in irgendwelchen Videos seht, ok? Bussi! Oh, moment, mein Image... *peitsch*



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (03.05.2016)

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