HAKEN - Affinity

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VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: HAKEN
Genre: Progressive Rock
Label: Inside Out Music
Lineup  |  Trackliste

Die britischen Progger von HAKEN haben vor drei Jahren mit dem starken „Mountain” erstmals ein breiteres Publikum erreicht. Mit „Affinity“ ist der Nachfolger (die zwischenzeitlich erfolgte Demo-Aufbereitung auf der „Restoration“-EP zählt nicht!) in den Startlöchern und er übertrifft „Mountain“ noch einmal.

Der instrumentale Opener „affinity.exe” stimmt schon mal auf das Kommende ein: mit „Initiate“ gelingt gleich der erste Volltreffer: eine melancholische Stimmung und die ausgewogene Mischung aus fetzigen Grooves und ruhigen Momenten können restlos überzeugen. Der Track ist aber (für Prog-Verhältnisse) noch relativ simpel gehalten, erst bei „1985“ wird dann die frickelige Schiene mehr herausgehoben. Auch hier überrascht die unglaubliche Dynamik, die die Briten draufhaben und die sich wie ein roter Faden durch das Album zieht. Bei „1985“ und dem folgenden „Lapse“ zitieren sich HAKEN auch genüsslich durch die großen 80er-Prog-Könige, wie TOTO oder KING CRIMSON (man höre die geilen Retro-Keyboards!).

Das Herzstück von „Affinity“ ist der folgende Track: „The Architect“ zeigt in 15 Minuten in einer Art Mikrokosmos all das, was HAKEN zu einer der derzeit besten Prog-Bands macht: z.B. die unglaubliche Dynamik, mit immer wieder gelungenem Wechsel zwischen harten und ruhigen Parts (hier kann einem Doublebass-Part schon mal ein Harfen-Part folgen). Hier hört man auch, dass moderne Bands mindestens ebenso hohen Einfluss auf den HAKEN-Sound haben wie die 70er- und 80er-Jahre: von PORCUPINE TREE über DREAM THEATER und PAIN OF SALVATION ist da alles vorhanden, genauso wie Bands aus der etwas härteren Ecke wie OPETH (die frühen, nicht die jetzigen 70er-Rocker) oder LEPROUS (deren Sänger Einar Solberg hier die post-metallischen Schreie beisteuert). Dazu kommen ein herrlich bedrohliches Intro und ein Refrain für die Ewigkeit. Herrlich!

„Earthrise“ fällt dann mit einer leicht fröhlich-alternativ-poppigen (und hört man da COLDPLAY-Streicher?) Stimmung etwas aus dem Rahmen bevor „Red Giant“ wieder in härtere Gefilde steuert. „The Endless Knot“ erinnert dann (wie auch bei „1985“) mit knackigen Riffs und eingängigem Refrain stark an THRESHOLD (und man beachte auch die geilen, fiesen Synth-Klänge!). Für einen ruhigen Ausklang sorgt dann „Bound By Gravity“.

Mit „Affinity“ setzen HAKEN auf „Mountain“ noch einen drauf und beweisen, dass sie zu Recht eine der derzeit am höchsten gehandelten Prog-Bands sind: mit toller Dynamik, hervorragenden Musikern und fast durchwegs tollen Songs, die trotz aller Progressivität nicht auf Eingängigkeit vergessen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (04.05.2016)

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