EXCEPT ONE - Haunted Humanity

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VÖ: 25.02.2016
Bandinfo: EXCEPT ONE
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

So funktioniert Gleichberechtigung auch: bei den Franzosen EXCEPT ONE ist eine zarte Dame für die bösen Growls zuständig (oder wie sie sagen: „Sexy Freaky Vocal“) und der harte Mann für den cleanen Gesang. Sehr zeitgemäß.

Leider ist die Musik auf „Haunted Humanity“ nicht ganz so spannend wie die Gesangsaufteilung. Auf ihrer zweiten EP bieten die Franzosen recht unspektakulären melodischen Death Thrash mit modernen Elementen. Aufgrund des Genres und dem weiblichen Schreihals an der Gesangsfront bietet sich der Vergleich mit CRIPPER an, das Niveau der Deutschen erreichen EXCEPT ONE allerdings nicht.

Das Problem ist weniger spieltechnisch – die Band beherrscht ihre Instrumente, und die Growls von Estelle sind schön abgrundtief böse - allein, vom Songwriting her sind noch einige Schwächen bemerkbar. Die Riffs sind recht austauschbar und die Songs haben keinen klaren Ablauf – oft kann man Strophe und Refrain nicht so recht unterscheiden. Das wäre bei progressiven Metal kein Problem, aber hier funktioniert das nicht so ganz.

Da helfen auch die ab und zu eingestreuten Black Metal- („Lost“, „7even“) oder MeloDeath-Elemente („Revenge“, „Elm Street“) nicht, genauso wenig wie die zu oft eingesetzten und zu simplen Breakdowns.

So richtig gefallen kann nur „Disease“ und mit Abstrichen „Lost“ und „Schizofriend“. Das sind interessanterweise gerade die Songs mit wechselnden Clean- und Growl-Vocals, wodurch die Songs besser strukturiert wirken. „Disease“ ist auf jeden Fall der originellste und durchdachteste Track auf der EP.

Insgesamt sind aber auf „Haunted Humanity“ zu wenige dieser guten Momente vorhanden, um die Franzosen über den Durchschnitt zu heben.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Luka (07.05.2016)

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