Game Over - Crimes Against Reality

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VÖ: 15.04.2016
Bandinfo: GAME OVER
Genre: Thrash Metal
Label: Scarlet Records
Lineup  |  Trackliste

Neues Futter von der italienischen Abrissbirne!

Nachdem GAME OVER vor zwei Jahren das gelungene „Burst Into The Quiet“ (Stormbringer-Bewertung: 3/5) raushauten, hatte die italienische Combo nicht wirklich viel Zeit um die Füße hochzulegen. Nach dem zweiten Release folgte eine Europa-Tour und im Feburar 2015 zwei Shows in Osaka mit EXITER beim True Thrash Fest, und der Debüthammer „For Humanity“, aus dem Jahr 2012, wurde Anno 2015 neuaufgelegt um der gewachsenen Nachfrage nachzukommen. Nun veröffentlicht man dieser Tage das dritte, das Make-It-Or-Break-It-Album, und hat sich schon eine ausgiebige Tour durch die Vereinigten Staaten unter den Nagel reißen können.

Beim ersten Rotieren des Thrash-Eisens fällt einem auf, dass die Jungs aus Ferrara sehr viel überlegter und musikalisch reifer zu Werke gehen, als auf den ersten zwei Alben. So fällt das Material auf „Crimes Against Reality“ sehr viel abwechslungsreicher aus als je zuvor. Statt nur, auf Teufel komm raus, alles in Schutt und Asche zu ballern, arbeitet man die Songs weitläufiger aus. Verwendet Hammond- und Moogpassagen, hat mit „With All That Is Left“ die erste Halbballade der Diskografie eingespielt und mit dem fast achtminütigen Titeltrack „Crimes Against Reality“ schreddert man das längste Thrash-Epos der Bandgeschichte herunter. Definitiv einiges los im Hause GAME OVER!

Im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen gibt es nicht sofort einen auf die Birne, sondern man rutscht viel mehr mit dem Instrumentalen „What Lies Within“ in das dritte Werk. „What Lies Within“ startet sehr melodiös, wird thrashiger und bricht abrupt ab, um in das Thrash-Feuerwerk „33 Park Street“ überzugehen. Der Bay-Area-Thrash der 80er Jahre und die EXODUS-Ähnlichkeit wird auf der neuen Platte etwas zurückgefahren und sich mehr auf einen gewissen eigenständigen Sound konzentriert, obwohl die mehrsprachigen Vocalschnipsel doch teilweise an frühere ANTHRAX erinnern. Ausgeschmückt mit einem Sprachsampler bekommt man mit „33 Park Street“ doch genau das, was man erwartet hat. Schnell runtergeschmettert, einen auf die Rübe!

Ist die verdammte Birne nach „33 Park Street“ noch nicht abgefallen, gibt es mit dem sich überschlagenden Gitarrenriffintro bei „Neon Maniacs“ einen ordentlichen Nachschlag. Die Nummer bietet zwar ganz coole Momente, gerade die Gitarrensoli sind klasse, doch hört man, das die Nummer zu sauber eingespielt wurde und teilweise zu Weichspülermäßig klingt. Eine rohere Produktion hätte den Songs besser zu Gesicht gestanden.

Mit „With All That Is Left“ überraschen die Italiener mit ihrer aller ersten Halbballade. Im Prinzip ist die Nummer sehr gelungen, doch leider fällt sie anfangs einen Tacken zu Poplastig aus und klingt wie eine Mischung aus METALLICA-Ballade und 3 DOORS DOWN. Die Soundexperimente gehen bei „Astral Matter“ weiter. Die Mischung aus Synthie-Klängen und dem gewissen Songaufbau, rückt die Nummer wiederum in ein sehr Heavy-Metal-mäßiges Licht. Ein weiteres Augenmerk ist die Songlänge die, bei den beiden Nummern mit fast sechs, beziehungsweise sieben Minuten, deutlich über den Thrash-Durchschnitt liegt.

„Gates Of Ishtar“ sucht dann wieder die Flucht nach vorne und nimmt keine Gefangenen. Eine schnell runtergezockte Thrash-Kanone, die in den Titeltrack „Crimes Against Reality“ mündet. Der gelungene Titeltrack mit seinen anfänglichen Hammond-Arrangements und seiner – trotz fast acht Minuten! – punktgenauen Bruchlandung, knüppelt nicht nur unaufhaltsam nach vorne, sondern entpuppt sich als die Nummer der Platte! „Crimes Against Reality“ knüppelt einen das letzte Ohrenschmalz aus den Lauschlappen!

Das dritte Kind der italienischen Thrash-Combo ist im Grunde zwar sehr abwechslungsreich ausgefallen, doch klingt die Weichspüler-Produktion einfach zu glattgeschliffen. Eine rohere Produktion stände den Songs sehr viel besser zu Gesicht. Man hat sich zwar im Gegensatz zu den ersten zwei Alben deutlich entwickelt, man experimentiert an einem eigenen Sound, doch so richtig packen will das Ding noch nicht.

Lauchlappen-Orgasmusfaktor: „Crimes Against Reality“.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (07.05.2016)

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