DAN PATLANSKY - Introvertigo

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VÖ: 06.05.2016
Bandinfo: DAN PATLANSKY
Genre: Blues Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wunderkind DAN PATLANSKY ist wieder da, mit einer neuen Platte im Gepäck. Ein Jahr nach der Veröffentlichung des hochgelobten Albums „Dear Silence Thieves“, das aufgrund des früheren Erscheinungsdatums in den USA zum besten Blues Album des Jahres 2014 gewählt wurde, präsentiert uns der Südafrikaner mit der Reibeisen-Stimme und der messerscharfen Gitarre „Introvertigo“. Das Blues Album Of The Year 2014 und eine erfolgreiche Tour mit JOE SATRIANI schrauben die Erwartungen an das neue Werk natürlich in die Höhe und man fragt sich: „Und? Geht da noch was?“ Ich kann nur sagen: „Jawoll, es geht noch was!“ „Introvertigo“ bringt uns knackige 36 Minuten lang die Ansichten des eher in sich gekehrten Patlansky näher. So erklärt er den Albumtitel folgendermaßen: “I’m an introvert. When an introvert spends more than five minutes with an extrovert, the introvert gets a kind of dizzy feeling because of the energy the extrovert is drawing from you…I experience that all the time. Even though the songs are about different things, it all comes from the mind and the force of an introvert.”

Die zehn Tracks sind in ihrer Art und ihrem Inhalt tatsächlich sehr verschieden und gerade das macht die Kurzweiligkeit der Scheibe aus. Schon der Einstieg mit „Run" spiegelt den zum Teil rotzigen Sound wider, den sich Patlansky zu eigen gemacht hat. Schwere Gitarrenriffs mit 70er Retro-Touch gepaart mit dem trotzig rau gefauchten Refrain „Run“ sind ein würdiger Einstieg in die musikalischen Schwindelanfälle. „Poor Old John“, eine klassische Bluesnummer, wie man keine bessere in den Sümpfen der südlichen Staaten der USA finden könnte, reißt danach mit ihren bissigen Lyrics –  über einen eifersüchtigen Ehemann – und einem packenden Beat einfach mit. „Sonnava Faith“ ist Dan Patlansky, wie er im Buche steht, und wie wir ihn schon von „Dear Silence Thieves“ kennen: mit melodischen, sich wiederholenden und eingängigen Hook Lines, die trotzdem niemals langweilen, und mit reduziertem Gesang, der eigentlich doch alles sagt. „Loosen Up The Grip“ drosselt dann das Tempo gewaltig und gibt dem leicht wehmütigen Song eine so schön klinge(l)nde Qualität mit Piano und samtigen Gitarrenklängen. „Heartbeat“ ist ein großartiger und sehr hypnotischer Track, der clever zwischen traditionellem Blues und harten Rock-Klängen wechselt. „Stop The Messing“ ist eine sexy kleine Nummer, die in ihrem Ton – sowohl instrumental als auch auf die Vocals bezogen – die koketten Lyrics perfekt widerspiegelt. „Bet On Me“, mit seinem kleinen Glockenspiel und einer Hammondorgel, strahlt ungemein positive Vibes aus, doch schon gleich danach wird mit „Still Wanna Be Your Man“ wieder ordentlich auf die Bremse getreten. Dazu gibt es ein wunderbar langes Solo, das ein bisschen an GARY MOORE erinnert, gepaart mit sehnsüchtigen Vocals… wenn ein Song zum Verführen einlädt, dann dieser. “Western Decay” erinnert an die guten, unschuldigen alten Zeiten, wo die Welt noch in Ordnung war, und lamentiert über den Verlust derselben. Tighte Drums/ Bass und Gitarren sorgen trotzdem für gute Laune. Abgeschlossen wird das Album mit dem ungemein starken „Queen Puree“, einer richtig schön rohen Nummer mit „Eiern“, die – und das liebe ich an dem Song – aus der Sicht eines Kindes erzählt wird, das ganz genau weiß, wie man die Eltern manipulieren kann.

Schon wie die letzte Scheibe bietet „Introvertigo“ ungemein viel Abwechslung, und gerade das ist das spannende an DAN PATLANSKY. Jeder Track ist stilistisch unterschiedlich - man weiß nie, was als nächstes kommt. Wie Forrest Gump schon sagte: „Life is just a box of chocolates. You never know what you’re gonna get”. Nun, hier haben wir das musikalische Äquivalent.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (09.05.2016)

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