Mistur - In Memoriam

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VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: MISTUR
Genre: Black Metal
Label: Dark Essence Records
Lineup  |  Trackliste

Obgleich VREID den bekanntesten Teil des WINDIR-Nachfolge-Triptychons darstellen, hatte ich immer eine größere Schwäche für die oft im Schatten derer stehenden COR SCORPII und MISTUR. Wenn auch nicht für ihre Veröffentlichungsfreudigkeit bekannt (COR SCORPIIs und MISTURs erste und bis jetzt einzige Alben erschienen 2008 und 2009), sind eigentlich sie es, die das Erbe WINDIRs weiterführen, wenn es um großartige nordische Melodien und eine einzigartig ergreifende Atmosphäre und Spannung geht.

Entsprechend groß waren meine Erwartungen an „In Memoriam“, das – wie der Titel schon suggeriert – ganz im Zeichen der Erinnerung an WINDIR steht. Und sie wurden nicht enttäuscht, auch auf ihrem Zweitwerk gelingt es MISTUR leicht, Bilder von erhabenen Landschaften, schneebedeckten Wäldern und Gipfeln entstehen zu lassen, ja den Hörer den kalten Wind fast spüren zu lassen, der ihm unentwegt Schauer über den Rücken jagt.

Dabei eröffnet „In Memoriam“ mit dem Death Metal-lastigen „Downfall“ zunächst etwas unscheinbar, nur um im weiteren Verlauf des Albums, insbesondere auf der zweiten Hälfte, mit Songs aufzuwarten, die ich bereits jetzt guten Gewissens zu den besten Black Metal-Songs des Jahres zählen kann. Allen voran „Matriarch's Lament“, dessen grandioses Eröffnungsriff sich tief in die Gehörgänge brennt und dessen melancholischer Endpart mit seinen ergreifenden cleanen Vocals fast zu schön ist, um wahr zu sein. Eher schmissig und Rhythmus-lastig zeigt sich demgegenüber das folgende „The Sight“, bevor „Tears Of Rememberance“ noch einmal die ganze Palette von MISTURs Repertoire abdeckt. Klassisch angelegte Klavier- und Leadgitarrenmelodien umrahmen donnernde Gitarren, angetrieben von geschickt arrangierten, dynamischen und abwechslungsreichen Drums. Gekrönt wird nicht nur dieser Song schließlich von den majestätischen, aber unkitschigen Chören, die für einen Gänsehautschauer nach dem anderen sorgen.

Doch reicht es nicht, die Bestandteile „In Memoriam“s zu beschreiben. Beeindruckend an diesem Album ist vielmehr, wie MISTUR all dies zu einem beeindruckenden, epischen Gesamtkunstwerk verschmolzen und eine wunderschöne Atmosphäre kreiert haben, der man sich nur zu gern ergibt. Was bleibt über „In Memoriam“ noch zu sagen, als dass es schon jetzt zu meinen Highlights des Jahres 2016 dieses Genres gehört. Fehlkauf ausgeschlossen, also ab in den Plattenladen!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Katharina Beck (04.06.2016)

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