Purson - Desire's Magic Theatre

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VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: Purson
Genre: Psychedelic Rock
Label: Spinefarm Records
Lineup  |  Trackliste

Romantisch-Alptraumhaftes Theater!

Nach dem von Kritikern hochgelobten Debütalbum „The Circle And The Blue Door“ (2013) und der grandiosen EP „In The Meantime…“ (2014) („Death Kiss“ ist für mich immer noch einer der Vorzeige-Songs der Band), musste man sich ordentlich auf neues Hippie-Psychedelic-Futter aus dem Hause PURSON gedulden. Zwar wurde bereits im letzten September die erste Single mit „Electric Landlady“ ausgekoppelt, doch verstrich nochmal ein gutes halbes Jahr bevor der neue Rundling „Desire´s Magic Theater“ dann endlich rotieren konnte.

Und was wurden PURSON und ihr sehr eigenständiger Sound in der Vergangenheit nicht gelobt. Zur besten neuen Band mit dem besten neuen Album im Jahr 2013 vom Terrorizer-Magazin gekürt, Platz 15 unter Metal Hammers besten 50 Alben 2013 und nominiert als beste neue Band 2014 im Classic-Rock-Magazin. Doch genug mit der Honigschmiererei.

Die neue PURSON fängt zwar “Retro“ an, doch schnell baut sich, mit nach Hammond-Orgel klingendem Keyboard und Blasinstrument, eine Soundwand auf, die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Die Vocals von Rosalie Cunningham fallen wieder einmal sehr gekonnt aus, doch diese instrumentale Untermalung ist beim Titeltrack „Desire´s Magic Theater“ an manchen Ecken und Enden etwas zu experimentell ausgefallen. Klar, PURSON haben einen ziemlich eigenständigen Sound gefunden, eine gewisse Nische sozusagen, doch der trifft nicht immer den Nagel auf den Kopf. Im Mittelteil klingt der Sound gar etwas Zirkusmäßig (ob das so gewollt war?).

JIMI HENDRIX in DEEP PURPLE Hard-Rock-Touch trifft auf wabernde Psych-THE DOORS-Klänge. So jedenfalls kommt das im letzten September als Single ausgekoppelte „Electric Landlady“ daher. Ziemlich interessante Mischung und der Song groovt ordentlich los. Fängt viel versprechend an, doch dann werfen die Briten den eingeschlagenen Weg über Bord und die Nummer macht 60er Brit-Pop Platz, dann runden wieder astreine Hard Rock-Soli diese Achterbahnfahrt ab. Nach dem eher schwachen „Desire´s Magic Theater“ trumpfen PURSON hier auf.

„Dead Dodo Down“ schwimmt dann wieder in ganz anderen Gewässern und kommt eher als anfänglicher TON-STEINE-SCHERBEN-Zwilling daher, doch wabert dann mehr halbgar durch die Lauschlappen und weiß nicht so recht wohin. Während das namentlich an ein THE DOORS-Album erinnernde „The Sky Parade“ wieder eine weitere gelungene PURSON-Nummer ist. Der von einem Windspiel und der Akustikklampfe eingeleitete Song baut sich regelrecht auf. Hymnische Melodien. Eine Priese MELANIE und JOAN BAEZ. Und so mausert sich „The Sky Parade“ zu einem der besten Stücke der Platte.

Es folgen das wabernde Psych-Stück „The Window Cleaner“, mit unterschwelligen „In A Gadda Da Vida“-Groove, das optimistische, mit seiner positiven Grundstimmung zündende „The Way It Is“ und das ruhige „I Know“ zum Träumen.

Hoch zu loben sind hier wieder einmal die richtig gelungenen Vocals von Frontfrau Rosalie Cunningham und der extrem hohe Abwechslungsreichtum, obwohl manche Songs einfach zu überladen daher kommen. PURSON haben mit ihrer neuen Platte nochmals gekonnt ihren Status als sehr einzigartige Retro-Rock-Band untermalt, auch wenn der Sound an manchen Ecken und Enden sehr gewöhnungsbedürftig ist. 

Lauchlappen-Orgasmusfaktor: „Electric Landlady“.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (08.06.2016)

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