Brutus - Wandering Blind

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VÖ: 20.05.2016
Bandinfo: BRUTUS
Genre: Blues Rock
Label: Svart Records
Lineup  |  Trackliste

Eine stampfende Diesellok!

BRUTUS bezeichnen ihren auf den Punkt genau herausgearbeiteten Blues-/Hardrock selbst als “Beer Dripping Blues Rock“ und jeder der die hochkarätigen Norweger mal Live erleben durfte weiß, wie zutreffend diese Bezeichnung ausfällt. Seit 2007 erarbeitete sich die von PENTAGRAM und JOHNNY WINTER beeinflusste Kapelle in der Retro-Rock-Szene einen starken Namen. Namen wie BLACK SABBATH, BLUE CHEER oder die schwedischen GRAVEYARD wurden oft in einem Satz genannt. Alben wie „Brutus“ (2010) und „Behind The Mountains“ (2013) konnten nicht nur Kritiker sondern auch die Szene sehr überzeugen. Mittlerweile zählen BRUTUS vielleicht sogar zum bekanntesten Retro-Blues-Hardrock-Export aus Norwegen.

Dieser Tage bringt die Combo ihr nunmehr drittes Album auf dem Markt. Hinter dem Titel „Wandering Blind“ verbirgt sich zugleich sogar vielleicht ihre bis Dato beste Arbeit, aber dazu später mehr.

Mit dem Titeltrack „Wandering Blind“ beginnt das dritte Langeisen der Norweger zu rotieren. Bin ich drauf, oder höre ich wirklich den “God of fuckin Darkness“? Jedenfalls stampft die Nummer gleich zu Beginn richtig nach vorne. 70er Hardrock as its best! Auf den Punkt gebrachte Soli runden den gelungenen Opener ab. BRUTUS wissen um all die Vorzüge des Hardrock. Hier kracht über den Hörer die volle Portion sauber produzierten Hardrocks, mit teilweisem Blues-Touch und ganz minimalen Psychedelic-Ausflügen der 70er herein.

Schwer stampfend setzt sich diese Diesellok von Song in Bewegung. Dazu gewaltige Gitarrenriffs und eine ordentliche Portion Groove treibt „Drowning“ gekonnt voran. Abwechslungsreiche Gitarrenarbeit und dazu die schon angemerkte Vocalähnlichkeit zum Jungen Ozzy, lassen auch mit dieser Nummer die Herzen der Hardrocker höher schlagen.

BLACK-SABBATH-lastig geht es dann auch bei „Axe Man“ weiter. Riffgewitter, die auch von einen Tommi Iommi geshreddert sein könnten. „Axe Man“ überzeugt mit gelungenem Groove, abwechslungsreicher Gitarrenarbeit, präzisen Soli und dem Werkeln an den Geschwindigkeitsschrauben. Ein weiterer Hardrock-Hochkaräter.

Den Blues-Puls packt dann das leidende „Whirlwind Of Madness“ aus. Der Hardrock wird hier zurückgefahren und dem emotionalen Soundträger Blues mehr Platz eingeräumt. Das sorgt nicht nur für gekonnte Abwechslung auf der Platte, sondern zeigt die Norweger auch von einer sehr viel nachdenklicheren, emotionaleren Seite. Diese durch und durch gelungene Leidensnummer mit ihrem wundervollen Refrain mausert sich gekonnt zum Vorzeigesong der Platte.

Mit dem einfach betitelten „The Killer“ wird es wieder schneller. Der Hardrock gewinnt wieder die Oberhand und von den Riffs ähnelt die Nummer sogar leicht dem deutschen 70er-Hardrock-Export KADAVAR. „My Lonely Room“ lässt dann zum zweiten mal den Blues nicht zu kurz kommen und stampft als Blues-Untier von dannen. Die Nummer zündet zwar nicht so gekonnt wie „Whirlwind Of Madness“, doch treibt die Ganzheit der Platte weiter voran.

„Wandering Blind“ ist ein sehr gitarrenlastiges Album welches uns BRUTUS hier vorlegen. Sauber produziert und vollends auf den Hardrockenden Punkt gebracht, ist die dritte Platte der Norweger vielleicht sogar die bis Dato Beste in ihrer Diskografie. Eine sehr gelungene Langrille. Abwechslungsreich und Song für Song saumäßig stark. Hier wurde sich bis ins kleinste Detail Mühe gegeben und das zeichnet dieses Platten-Highlight aus!

Lauchlappen-Orgasmusfaktor: „Whirlwind Of Madness“.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (12.06.2016)

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