THOSE BLACK MARKS - Darwinian

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VÖ: 03.06.2016
Bandinfo: THOSE BLACK MARKS
Genre: Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Irland ist ein geheimnisvolles Land. Da gibt es das magische ‚kleine Volk‘, das unterirdisch lebt und Menschenkinder durch ihre eigenen austauscht und Kobolde, die am Ende des Regenbogens Töpfe voller Gold bewachen. Ein weiteres gut gehütetes Geheimnis sind die irischen Alternative-Rocker THOSE BLACK MARKS; so heißt es jedenfalls im Promotext. Nicht nur ein Geheimtipp sollen sie sein, nein, auch Legenden wie JEFF BECK und TOM WAITES haben sich angeblich wohlwollend über das Quartett geäußert. So weit, so Hype! Alle Musiker um Frontmann Sean Watmore haben jahrelange Banderfahrung gesammelt, bevor sie im März 2015 zum ersten Mal miteinander spielten. Nun, etwas über ein Jahr später, präsentieren sie uns „Darwinian“, ihr Debütalbum. Die elf Titel sind aus eigener Produktion und man muss zugeben, dass dieses Erstlingswerk nicht wie eines klingt. Soundmäßig ordnen sie sich selber im Alternative bzw. Grunge Rock der späten 90er ein. Einflüsse wären unter anderem MUSE und BIFFY CLYRO. Ich selber würde dem noch FEEDER anno 2002 und die frühen KILLERS hinzufügen. THOSE BLACK MARKS haben auch diese Begeisterung und Frische, die sich durch energetische Gitarren und eine tighte Rhythmusgruppe beweist.

„Light And Sound“ ist ein großartiger ‚Kick Ass‘-Start, der Lust auf Mehr macht; knackige Drums, schrammelige Gitarren und eine eingängige Gesangslinie. Und im hohen Tempo geht es weiter. „Take Me Away“ ist ein weiteres persönliches Highlight. Ein unwiderstehlicher Beat, der anfangs schon fast an „London Calling“ von THE CLASH erinnert. Die Strophe geht in die Beine, der Refrain hebt sich vom Rhythmus schön dramatisch ab. Ein feiner Wechsel zwischen den Beiden. Erwähnenswert ist auch „Lost And Found“, und nicht nur, weil es eine der zwei ruhigen Nummern ist. Sie hat so etwas sehr Delikates und Berührendes an sich, auch wenn die Gitarren teilweise nicht weniger hart als in den anderen Tracks klingen. Abschluss dieses Debüts ist „Where Do We Run“, der zweite leise Track, der einen perfekt von dieser 42 Minuten langen Achterbahnfahrt wieder runterholt.

Man merkt beim Hören des Albums, dass sich hier vier erfahrene Musiker in relativ kurzer Zeit sehr gut zusammengefunden haben. Sänger Sean Watmore und Gitarrist Liam Redmond haben gute Arbeit geleistet und intelligente Songs geschrieben, textmäßig, sowie auch von der Komposition und vom Arrangement her. Ich würde sagen THOSE BLACK MARKS haben ihr Ziel recht gut erreicht, nämlich Musik zu machen, die die Energie ihrer Live-Auftritte wiedergibt und die sich dabei ein bisschen von den anderen abhebt. Ein kleines Minus ist, dass einige der Lieder auf dem Album doch ein bisschen ähnlich klingen und sich somit nicht unbedingt im Ohr festsetzen. Da die Band aber erst quasi in den Startlöchern steht, bin ich sicher, dass hier noch Entwicklungspotential nach oben ist.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (09.06.2016)

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