FEATHERSTONE - Northern Rumble

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VÖ: 24.06.2016
Bandinfo: FEATHERSTONE
Genre: AOR
Label: AOR Heaven
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Lineup  |  Trackliste

Wie bei so vielen „jungen“ Bands, die nun ihr Debüt abliefern, sind auch bei FEATHERSTONE ältere Semester am Werke. Die persönlichen Kontakte zu den 70ern und 80ern hört man auf dem Album „Northern Rumble“ an vielen Stellen: es gibt einen eindeutigen Hang zur überbordenden Melodie, ein Faible für Chorus-Einsätze ohne Ende, sowie ein Muss an schmeichelndem Keyboard in fast jedem Song. Anders ausgedrückt, liefern FEATHERSTONE bis auf wenige Ausnahmen ein AOR/Melodic Rock Album in Reinkultur, mit zahlreichen Anlehnungen an die 80er, aber auch die 70er und 90er lassen grüßen.

Im Vergleich zu anderen Bands aus diesem Genre, sticht für mich die Gesangslastigkeit des Albums hervor. Oft habe ich den Eindruck, dass zugunsten der Vocals alle Instrumente zurück genommen werden. Der Sänger dominiert das Album vom ersten bis zum letzten Song. Nur die Backing-Vocals bekommen noch ähnlich viel Aufmerksamkeit. Die Gitarre darf natürlich ab und zu ein Solo abliefern, aber zumeist halten sich die Saiteninstrumente und vor allem das Schlagzeug dezent im Hintergrund.

Der Opener „I Need Myself The Most“ fällt vom ersten Takt an durch schönen Gesang und leichte Gitarrenbegleitung auf. Auch die nachfolgenden intensiveren Stromgitarrenklänge sind rockig, melodisch und gleichzeitig zurückhaltend, um den Vocals bzw. Background-Vocals viel Spielraum zu geben, sich auszudrücken. Im Midtempo angesiedelt, mit einfachen aber guten Riffs und mitsingbaren Chorusstellen versehen, kommt dieser Song ganz in der Tradition alter Hard Rock Stücke rüber.

Lässiger Gitarrenstart auch bei „Freedom Call“. Wieder ein langsamer gehaltener Song mit zurückhaltender Gitarre, damit die Vocals gut kommen. Zwischendurch ein paar Keyboard-Klänge zum Abrunden des Sounds und ein paar Gitarren-Soloparts, aber nicht zu viel.
Ähnlich geht’s bei „Leave Me Be“ weiter. Sehr rund, sehr melodiös, sehr 80er.

Bei „Look In My Heart“ geben FEATHERSTONE dann doch etwas mehr Gas. Natürlich noch immer melodisch, aber jetzt doch heavier und mit rasanterem Schlagzeug, wird hie und da sogar eine kleine Reminiszenz an IRON MAIDEN erkennbar.

Dieses Schnuppern in schwermetallische Gefilde dauert aber nicht lange. „Hole In My Heart“ ist ein richtig klassisch schöner Schmuserock-Song, der von langsamem Schlagzeug, sinnlichem Bass, schönen, ruhigen Vocals und einschmeichelndem Chor begleitet wird. Hie und da ein paar Tastenklänge eingestreut und schon packt man wieder die Kerzerl aus.

Bei „Silhouettes On The Shade“ zeigen FEATHERSTONE wieder ihre rockige Seite. Flott geht es dahin und überzeugt mit lässigem Chorus, sowie der ins Ohr gehenden Melodie. Noch immer gemütlich rockig, aber etwas langsamer und wieder mit vollem Focus auf den Vocals bei den beiden nächsten Stücken „Hold On To Love“ und "Scandinavian Rose". Diese melodiösen Stücke mit Keyboard-Begleitung erinnern an AOR-Klassiker von FOREIGNER und Konsorten.

„Fear Me, Save Me“ – der nächste Rock-Song mit einprägsamen Chorus (“Ho-Hoo-Hoooo”). Hier kann man wirklich sofort mitsingen, ohne lange überlegen zu müssen. Um mehr Abwechslung zu erreichen, gibt es Rhythmenwechsel von flott auf langsam und man spielt mit dem Songwriting, um im Ohr des Hörers genehm zu wirken.

Nichts Neues bei der letzten Nummer. „Part Of Me“ gibt sich melodiös und etwas verschmust. Der ausdrucksstarke Gesang und die wunderschöne Melodie machen diesen letzten Song des Albums zu einem wahren Genuss.

Mein persönliches Fazit: Irgendwie schaffen es die einprägsamen Melodien und Textzeilen, sowie die endlosen Chorus-Parts nicht, über eine gewisse Eintönigkeit hinweg zu täuschen. Jeder Song für sich ist gut, aber sie sind bis auf die "härteren" Stücke großteils austauschbar, weil nur wenig Unterscheidung vorhanden ist. Am besten ist "Northern Rumble" als Album zu sehen, dass gemütlich im Hintergrund mitplätschern kann. Eine Mega-Nummer, die mich aus den Socken haut, vermisse ich.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (22.06.2016)

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