GREENLEAF - Rise Above The Meadow

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VÖ: 26.02.2016
Bandinfo: Greenleaf
Genre: Stoner Rock
Label: Napalm Records
Lineup  |  Trackliste

Jedes Musikstück löst einen ganzen Schwall an Assoziationen aus, zumindest in mir - und GREENLEAF ist: gefühlt endlose Sommernächte, Autofahren mit offenen Fenstern und dabei warme Luft, trockene Erde und Freiheit riechen.
Die Band wird immer als „Nebenprojekt“ bezeichnet, aufgrund von musikalischer Eigenständigkeit und relativ häufiger Besetzungswechsel würde ich sie eher als kreatives Außenlager bezeichnen, quasi eine Art Freiraum für schöpferische Interessen.


Der vorletzte Streich, das „Trails And Passes“ Album (2014), war ja schon per se eine grandiose Sache, was die Erwartungshaltung an das neue Album natürlich hochgeschraubt hat. „Rise Above The Meadow“ eröffnet mit „A Million Fireflies“ und sofort ist man im mit QUEENS OF THE STONE AGE vergleichbaren Charme der schwedischen Rocker gefangen.
In gewissen Passagen an SAMSARA BLUES EXPERIMENT erinnernd bohren sich die dröhnenden Riffs und der lässige, langgezogene, fast raunzende Gesang von Arvid Jonsson unnachgiebig ins Gehirn. „Funeral“, „Howl“ und „Golden Throne“ sind tanzbares Material, der perfekte Soundtrack zu einem Abend irgendwo in einem verrauchten Beisl der Wahl. Der Drive, den die Herren da so gekonnt vermitteln, lässt wohl keinen unberührt - außerdem sind sie, obgleich recht ‚dröhnend‘, nicht so psychedelisch, dass man ihnen den „Muss man halt mögen“-Stempel aufdrücken müsste, sie machen durchaus salonfähigen Stoner Rock.
„Levitate And Bow“ ist dann - um bei Assoziationen zu bleiben - der letzte Schluck Wein, wenn man schon so müde ist, dass man kaum noch stehen kann. Melancholisch, aber nicht unangenehm beschwerend, die Musik macht sich im Bauch breit und wärmt von innen. Hier wird auch mal wieder bewiesen, dass der Inhalt eines Songs nicht gänzlich egal ist, sondern ein eh schon grandioses Stück Musik mit den passenden Worten so toll abgerundet werden kann, dass es einem fast Pipi in die Augen treibt.
Bei „You’re Gonna Be My Ruin“ und „Tyrants Tongue“ wird nochmal ordentlich gescheppert was das Zeug hält und das Album endet mit „Pilgrims“ - meiner Lieblingsnummer von diesem Album. In „Pilgrims“ vereinen sie, was man am Stoner Rock so lieben muss: dreckige, kratzige Gitarren, Drums, die einen dazu bringen mitzutrommeln, und ein Gesang so experimentell, verspielt und eingängig.
 
Alles in allem ein Schmankerl für die Stoner-Fangemeinde.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Lee (19.06.2016)

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