HEAVE BLOOD AND DIE - Heave Blood And Die

Artikel-Bild
VÖ: 29.04.2016
Bandinfo: HEAVE BLOOD AND DIE
Genre: Doom Metal
Label: Blues For The Red Sun
Lineup  |  Trackliste

Neuer erstickend schwerer Doom aus Nord-Norwegen!

Es gibt Orte auf diesem kleinen Planeten, die einem musikalischen Mekka gleichen. Die Bay-Area für amerikanischen Old-School-Trash-Metal, das finnische Jyväskylä für Doom/Death à la SWALLOW THE SUN, GHOST BRIGADE und Neuling VUOLLA oder wie im vorliegenden Fall das norwegische Tromsø für Doom/Stoner à la REPTILE MASTER und eben HEAVE BLOOD AND DIE. Und während REPTILE MASTER, die Genrekollegen aus der Heimatstadt Tromsø, bereits im letzten Jahr mit ihrem erstickend schweren Album „In The Light Of A Sinking Sun“ loslegten (REVIEW GIBT ES HIER!), legt die unangefochtene Doom/Stoner-Band aus der Heavyszene der Stadt nun mit ihren selbstbetitelten Debütalbum nach.

Eine kalte, fast menschenfeindliche Umgebung, brummende, tiefgestimmte Gitarren, bedrohlicher Groove und dazu die vor Wahnsinn triefenden aggressiven Vocals lassen den Opener „Neurotic I“ sehr schwer auf den Lauschlappen liegen. Trostlosigkeit und Hoffnungslosigkeit wiegen hier ganz schwer. Langsam und tonnenschwer stampft sich die norwegische Combo in die selbstbetitelte Langrille, auf der der kleine Funken Licht nicht existiert.

Mit groben Gitarrenwänden und schweren Riffs geht es gleich weiter. „Rats“ ist so schwer, so zäh, dass es eine Kunst ist, wenn man beim Hören von HEAVE BLOOD AND DIE nicht selbst in der Apathie versinkt. Der gleichbleibend monotone, doch stetig schneller werdende Mittelteil könnte glatt von REPTILE MASTER aufgeschnappt worden sein. Unterm Strich klingen beide Bands sehr ähnlich und auch Songtitel, Aufbau und Soundwand wirken zum Verwechseln gleich.

„Desert Green“ zieht dann die Stoner/Doom-Geschwindigkeitsschrauben an und kann damit überzeugen, doch vieles klingt einfach zu ähnlich. Die Norweger baden sich nicht gerade im Abwechslungsreichtum. Auch „Blues Machine“ mit seinen Bass-Lines im Vordergrund kann daran nicht viel ändern, auch wenn man mit viel gutem Willen aus den primären Bass-Lines sogar teils BLACK SABBATH herauszuhören glaubt. Die Sprechnummer „Draugen“ klingt anfangs interessant, doch als kurzer Übergang zwischen den einzelnen Songs wäre die Nummer besser gewesen. „Draugen“ fällt viel zu lang aus, man fragt gar nach der berechtigten Existenz einer solchen Nummer - sieht leider sehr nach Lückenfüller aus.

„Neurotic II“ kann dann das Ruder auch nicht mehr herumreißen, das sinkende Schiff auch nicht am absaufen hindern, und so fällt das selbstbetitelte Debütalbum der Norweger HEAVE BLOOD AND DIE doch eher durchwachsen aus. „Heave Blood And Die“ hat sie schon, die guten Momente, doch im Großen und Ganzen kann das Album leider nicht auf voller Länge überzeugen.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Rats“



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: inhonorus (25.06.2016)

WERBUNG: Mass Worship – Mass Worship
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE