There Will Be Blood - Horns

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VÖ: 10.06.2016
Bandinfo: THERE WILL BE BLOOD
Genre: Blues Rock
Label: Blues For The Red Sun
Lineup  |  Trackliste

Blues-Rock´n´Roll-Country-Stoner Rock-Gewächs!

Das italienische Trio THERE WILL BE BLOOD benannten sich Anno 2009 nach dem gleichnamigen Hollywood-Film mit Daniel Day Lewis in der Hauptrolle. Nach den Vorgänger Alben „Wherever You Go“ (2011) und „Without“ (2013) erscheint nun mit „Horns“ die dritte Langrille der Italiener. Die ersten zwei Alben folgten einem losen Konzept, welches nun mit dem Konzeptalbum „Horns“ seinen Höhepunkt findet. Erzählt wird auf der Langrille die Geschichte eines einsamen Wanderers, auf der Suche nach Vergeltung. Auf dem Weg zur Erlösung seiner Seele, bekommt er es mit Freaks, Sonderlingen, Wundern und Desastern zu tun.

Musikalisch kochen THERE WILL BE BLOOD so ziemlich ihr eigenes Süppchen. Bewährte Elemente des Blues-Rock, vermischen sich mit groovenden Rock´n´Roll-Riffs, dazu Gospel und Soul, eine Prise Psychedelic – und Stoner Rock und ein paar Country-Elemente runden den überraschenden Eintopf ab.

„Burn Your Halo“ fängt sehr Blues-Country-lastig an. Bilder einer Westernkulisse oder von weiten Einöden amerikanischer Landschaften erscheinen vor dem geistigen Auge. Dann mischt sich groovend der Rock´n´Roll mit in den Sound und die Nummer nimmt an Fahrt auf. Stampfend zieht dieses Blues-County-Rock´n´Roll-Gemisch durch die Lauschlappen. „Burn Your Halo“ hat eine wirklich sehr interessante Soundlandschaft, die es einem schwer macht die Füße still zu halten.

Mit „Fire“ mischen sich Blasinstrumente in die sehr abwechslungsreich ausgefallene Langrille und der Soul drückt den groovenden Rock´n´Roll in den Hintergrund. Die Vocals fallen sehr schnell aus und klingen gar entfernt etwas Rap-mäßig. „Fire“ ist eine sehr experimentelle Nummer, doch die Blasinstrumente und der sich überschlagende Gesang stehen dem Song nicht so gut zu Gesicht. Um den Hörer jetzt vollends in die Unsicherheit bezüglich der musikalischen Ausrichtung von THERE WILL BE BLOOD zu stoßen, fällt auch „Blind Wandering“ sehr experimentell aus. So minimalistisch wie es nur geht. „Blind Wandering“ wird durch mehrstimmigen Gesang getragen, die Soundlandschaft bietet hier nicht mehr als ein gleichbleibendes Klatschen in den Händen. Doch trotz aller Zweifel macht sich dieses minimalistische Bluesstück sogar ziemlich gut. Gewöhnungsbedürftig. Minimalistisch. Überzeugend.

Die Reise geht weiter mit „Undertow" welches dann wieder sehr viel rockiger ausfällt und mit groovenden Riffs und interessanten Keyboard-Spielereien zu überzeugen weiss. Doch an den Opener „Burn Your Halo“ kommt die Nummer nicht ganz ran. Eins ist jedoch glasklar: Die Ausflüge in die rockigere Sparte und das Zurückfahren zu experimentellen Einlangen steht der Band sehr viel besser zu Gesicht.

Mit der brummenden Gitarrenwand von „Mismatch“ geht es weiter zu dem mit einer Mundharmonika eingeleiteten „Reviver“, welches dann wieder auf Blues-Pfaden pilgert. „Reviver“ fängt sehr minimalistisch an, baut sich dann durch das stetige Einbringen weiterer Instrumente immer mehr auf, rockt mehr und mehr im Mittelteil, Erinnerungen an THE BLACK KEYS werden wach gerüttelt (die amerikanischen Blues-Rocker hört man immer mal wieder auf „Horns“), und baut dann zum Ende hin wieder sehr stark ab, bis man von der Sounduntermalung wieder dort steht wo man begonnen hat.

Das an schamanischen Gesang erinnernde, psychedelische „Ride“ mit seinen spirituellen Textpassagen a la „Free your soul from this bones“, entwickelt sich zu einer weiteren Vorzeigenummer. Der mit hohen Keyboard-Parts ausgekleidete Mittelteil erinnert gar etwas an COLDPLAY [waaaaah! d.Korr.] „Turn Your Back“ und das sehr improvisierte Titelstück „Horns“ fallen dann doch wieder zu halbgar aus.

THERE WILL BE BLOOD ist durchwegs eine gute Platte gelungen die jedoch immer mal wieder mit sich zu kämpfen hat. An manchen Stellen zu langatmig, an anderen zu experimentell und an wieder anderen großartig und genial. Zu erwähnen ist hier auf jeden Fall die sehr abwechslungsreiche Soundkulisse die durch Harfen, Trompeten, Saxophone, Posaunen, einem Chor sowie Keyboard und Piano erzeugt wird.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Burn Your Halo“.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (25.06.2016)

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