DEVILSKIN - We Rise

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VÖ: 26.02.2016
Bandinfo: DEVILSKIN
Genre: Alternative Metal
Label: Rodeostar
Lineup  |  Trackliste

Mit DEVILSKIN bringt Neuseeland seine Antwort auf Bands wie OTEP auf den Plan. Zu erwarten ist daher einiges, das es wert ist, sich mal anzuhören. Mit „We Rise“ bringt die Band ein Album, das nur so vor Energie übergeht. Einprägsame Gesangspassagen, verbunden mit einer gesunden Gitarrenwucht stehen hier an der Tagesordnung, aber auch für einige Überraschungen ist gesorgt. So lassen sich neben den energiegeladenen, auf den Punkt gebrachten, aggressiveren Nummern beispielsweise auch einige sanftere, emotionalere Töne finden. „Aggressiv“ ist allgemein ein gutes Wort, einen Großteil des Albums zu beschreiben. „We Rise“ macht also auf den ersten Blick einen relativ guten Eindruck, die Frage bleibt, ob sich die sehr positiven Ersteindrücke auch bei genauerem Hinsehen bewahrheiten können.

Musikalisch lässt sich DEVILSKIN nicht lange bitten, der erste Song auf ihrem Album, „Elvis Presley Circle Pit“ (ein heisser Anwärter für den Songtitel des Jahres! d.Korr.) trumpft sofort mit einem Programm auf, das einen Löwenteil der Spiellänge in Anspruch nehmen sollte. Was gleich auffällt ist, dass ein großer Fokus auf einen gut artikulierten Rhythmus gelegt wird. Dabei geben sich Gitarre und Drums die Hand, die beiden Elemente arbeiten hier wie eine Einheit. Die Band schafft es, mit ihrer Kombination aus kurz gehaltenen, harten Power-Chords, in Verbindung mit perfekt abgestimmtem, zu großen Teilen simpel gehaltenem Drum-Play den Hörer durch die Strophen zu führen. Das Ganze ist dabei in den Strophen eher als ein Grundkonstrukt zu verstehen, das seinen Höhepunkt im Refrain erreicht, wo die Struktur wesentlich melodischer wird und vor allem auch das Drum-Tempo kurzzeitig gern einmal stark erhöht wird und dann wieder den gewohnten, rhythmischen Pfad einschlägt. Das soll jedoch noch nicht alles gewesen sein, was das Album zu bieten hat. Vor Allem auf späteren Songs fällt auf, dass das konventionelle Instrumental nochmals durch den Einsatz von Streichern eine gewisse Würze erhält. Dies funktioniert vor allem beim Song „Fade“ fantastisch. Allgemein hat man den Eindruck, dass in der zweiten Hälfte des Albums die Diversität des Sounds zunimmt, immer wieder werden zwischen den härteren Nummern Balladen eingeschoben. Dieser Trend gipfelt in „Covet“, einem kompletten Piano-Werk, das sich aber an einer anderen Stelle des Albums wesentlich besser in den Hörfluss eingefügt hätte.

Wahrscheinlich das Highlight des Albums bleibt aber der melodische Grundstein für „We Rise“: Die Vocals. Auf dem Album findet sich größtenteils klarer, aber harter weiblicher Gesang, der ab und an mit gut platzierten Scream-Passagen und wahlweise männlichem Hintergrundgesang adaptiert wird. Die ganze Mixtur wird vom rhythmischen Instrumental getragen und kommt dadurch erst richtig zur Geltung. Besonders gut gelungen ist hierbei, dass sich die beiden Elemente sozusagen gegenseitig aufstacheln und damit eine Songstruktur schaffen, die zwar in ihrer Grundidee simpel gehalten ist, aber durch das Zusammenspiel zwischen kurzen Gitarrenriffs, präzisem Drumming und kräftigem, melodischen Gesang wahnsinnig gut funktioniert.

Zusammenfassend lässt sich über „We Rise“ also sagen, dass sich der positive Grundeindruck bestätigen lässt. Den Hörer erwartet hier ein rhythmisch sehr gut durchstrukturiertes Album, das vor allem zu Ende hin wesentlich ruhiger wird, was insbesondere der Abwechslung gute Dienste leistet. Zu bemängeln wäre eventuell, dass der Einsatz einiger Songs etwas unkonventionell gewählt ist, was den Hörfluss etwas abrupt unterbricht, dies fällt vor allem beim Übergang von „Violation“ zu „Covet“ etwas unangenehm auf. Neben derartigen Kleinigkeiten erwartet den Hörer hier aber ein durchaus gut gelungenes Album, das sich vor der Konkurrenz nicht  verstecken muss.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Daniel Csencsics (28.06.2016)

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