Black Moon Circle - Sea Of Clouds

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VÖ: 15.04.2016
Bandinfo: BLACK MOON CIRCLE
Genre: Space Rock
Label: Stickman Records
Lineup  |  Trackliste

Norwegisches Arbeitstier!

In der Vergangenheit war es im Rock/Metal-Universum üblich, dass eine Band jährlich neues Futter auf den Markt warf – teilweise sogar zwei bis drei Alben pro Jahr, die Inmitten des Touralltags eingespielt wurden. Mittlerweile lassen sich Bands sehr viel mehr Zeit für ihre kreative Phase und veröffentlichen mehr im Rhythmus von zwei bis drei Jahren eine neue Langrille. Doch nicht die norwegischen Psychedelic-Space-Rock-Arbeitstiere um BLACK MOON CIRCLE. Sie behalten diesen alten Pfad bei, in dem es darum geht die hungrige Meute stets bei guter Laune zu halten. Mit „Sea Of Clouds“ erschien dieses Jahr ihr viertes Album innerhalb eines Zwei-Jahres-Rhythmus'.

„Black Moon Circle“ (2014), „Andromeda“(2014) und „The Studio Jams Vol I: Yellow Nebula in the Sky“ (2015) erhielten großen internationalen Rückhalt in den Underground-Medien. Nun also Album Nummer vier, das mit vier Songs auskommt, aber doch klassische Vinyl-Länge von vierzig Minuten erreicht. Eigentlich Aussage genug!

Den Einstieg in „Sea Of Clouds“ macht der psychedelische Stoner-meets-Space-Rock Opener „Lunar Rocket“. Die Nummer beginnt mit ihren von Blues angehauchten Gitarrenriffs fast majestätisch, doch dann verwässert der Song sehr schnell. Es entsteht ein gewisses Live-Jam-Session-Gefühl, doch die Nummer wird schnell zu langatmig und kann einfach nicht vollends aus ihrer Haut fahren. Gar zu uninspiriert, zu steif kommt sie daher und die Vocals hören sich an manchen Stellen etwas zu kraftlos an. Unterm Strich betrachtet ist „Lunar Rocket“ nicht der ideale Opener in die Langrille - ein Song wie „The Magnificent Dude“ wäre dem Opener-Status sehr viel gerechter geworden.

„The Magnificent Dude“ baut gleich zu Beginn eine großartige Psychedelic-Desert-Rock-Soundlandschaft auf. Die räumliche Weite die das norwegische Trio hier erreicht ist atemberaubend. Der homogene Takt, die Riffs, die Space-Rock-Soundspielereien – hypnotisch! So tief wie stille Gewässer. Die Abstimmung zwischen Vocals und Sound fällt hier sehr viel besser aus und die Nummer entwickelt sich in ihrer Länge von Stolzen zehn Minuten. Dazu ist sie ein wahres Psychedelic-Monster. Lappen auf, und rein mit der „Lucy in the Sky with Diamonds“-Pille. Hier liegt das Psychedelic-Stoner-Space-Rock-Schiff sehr viel glatter auf den Wellen und kann fahrt aufnehmen. „Moondog“ hält gekonnt die Messlatte und zieht, mit seinen Keyboard-Schnipseln und sehr großartigen Gitarren-Soli, weiter nach vorne.

„Warp Speed“ ist dann schon die letzte Nummer. Der Song fängt gemächlich, fast bedrohlich an, mit der zunehmenden Dominanz der Gitarrenriffs wird die Nummer rockiger und stampft über das Feld, doch verliert dann, wie der Opener, auf seiner Reise zu schnell seine Magie.

BLACK MOON CIRCLE legen mit „Sea Of Clouds“ ein gelungenes viertes Album vor, das jedoch mit einigen Längen zu kämpfen hat und nicht vollends Punktgenau landet. Der Mittelteil in From von „The Magnificent Dude“ und „Moondog“ ist großartig, doch der Auftakt und der Rausschmeißer sind teilweise zu dünnhäutig.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „The Magnificent Dude“.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: inhonorus (04.07.2016)

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