REVOCATION - Great Is Our Sin

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VÖ: 22.07.2016
Bandinfo: REVOCATION
Genre: Death / Thrash Metal
Label: Metal Blade Records
Lineup  |  Trackliste

Groß ist meine Sünde: ich habe nämlich REVOCATION bis jetzt sträflich unterschätzt. Ein Grund war vermutlich der, beim selbstbetitelten „Revocation“ eingestiegen zu sein, welches es mit der zu stark gepushten Progressivität übertrieben hatte. Mit „Deathless“ haben David Davidson & Co. vor zwei Jahren das Ruder wieder Richtung Härte umgelegt, und mit dem neuesten Machwerk „Great Is Our Sin“ haben REVOCATION endlich die perfekte Mischung  aus technischem Anspruch und gesunder Härte gefunden.

Schon der Einstieg „Arbiters Of The Apocalypse“ demonstriert das zur Perfektion, indem die Jungs brettharte skandinavische Thrash/Death-Riffs aus der HAUNTED-/CROWN-Schule mit intensiver amerikanischer Progressivität a la NEVERMORE mischen.

Und so geht es auch weiter, wobei auf den ohnehin schon guten Start des Albums später noch ein paar Scherflein draufgelegt werden – was die Jungs etwa bei „Crumbling Imperium“ oder dem genialen „Communion“ aufführen, ist schon Extraklasse. Wer etwa bei „Crumbling Imperium“ nicht mitkreischt, oder bei „Communion“ nicht exzessiv headbangt, ist wohl taub oder tot.

Den progressiven Juckreiz kratzen REVOCATION dann vor allem auch beim instrumentalen „The Exaltation“, wieder ein Supertrack, dem man die fehlenden Vocals durch das abwechslungsreiche Songwriting und die fast schon Richtung DREAM THEATER gehenden Breaks überhaupt nicht anmerkt (das Gastsolo von MARTY FRIEDMAN tut dabei natürlich auch nicht weh). Das Ende von „Great Is Our Sin“ fällt auch nicht ab, „Profanum Vulgus“, „Copernican Heresy“ oder „Cleaving Giants of Ice” sorgen für einen würdigen Abschluß des Albums.

Und auch die Lyrics passen in der jetzigen Situation wie die Faust aufs Auge – unter dem Thema „Große Sünden“ versammelt Davidson so einiges an „Dummheiten, die der Mensch im Laufe seiner Geschichte begangen hat“. Bei Songtiteln wie „Monolithic Ignorance” oder „Crumbling Imperium” ist es schwer, dahinter nicht heutige Politiker und ihre Machenschaften zu vermuten.

Momentan scheint also eine gute Zeit für thrashigen, technisch versierten Death Metal zu sein – gerade in Amerika entwickeln Bands wie REVOCATION (oder auch die großartigen PSYCROPTIC und ALLEGAEON) die ursprüngliche Formel weiter, die von THE CROWN über THE HAUNTED (die noch immer einen starken Einfluß haben – man höre etwa „Communion“ auf Parallelen zu deren Debütalbum ab) ins Heute führt.

Der einzige Makel an „Great Is Our Sin” ist der, dass das Album schon viel zu früh aus ist – darum, und um REVOCATION die Gelegenheit zu geben mit dem nächsten Album noch eins draufzulegen, gibt’s „nur“ 4.5 Punkte. So gehet denn hin und sündigt nicht mehr…



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (19.07.2016)

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