PSALM ZERO - Stranger To Violence

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VÖ: 15.07.2016
Bandinfo: PSALM ZERO
Genre: Avantgarde Metal
Label: Profound Lore Records
Lineup  |  Trackliste

„Drama! Drama! Drama!“, das ist meine spontane Reaktion zum neuesten Album des New Yorker Duos PSALM ZERO. Zwei und ein bisschen Jahre nach ihrem Debut „The Drain“ gibt es auf „Stranger To Violence“  nun sieben neue Tracks und 43 Minuten schwere Kost in den Mantel von Avantgarde Metal/ Industrial/ Gothic/ Synth-lastigen Sounds gehüllt. Leichte Kost ist das nicht! Die Tracks sind unvorhersehbar in ihrer Linie, brechen aus, sind schwer zu greifen. Schrammelige Gitarren untermalen den düsteren Charakter der Songs, Charlie Lookers Stimme (die sehr an DEPECHE MODEs Dave Gahan erinnert) und (inzwischen Ex-Mitglied) Andrew Hocks Shouting verleihen die Theatralik. Synths und Drum Machine polstern das Ganze aus. Das könnte toll klingen und tut es zeitweise auch, aber das Konzept ist verzettelt und deswegen bleibt es nicht im Kopf stecken. In diesem Falle wäre „less“ einfach „more“. Ansätze davon gibt es eh. Der Track „White Psyche“ ist größtenteils ganz simpel gehalten und stützt sich einfach nur auf starke Drums und einen hypnotischen Synthesizer, Gitarren klingen zuerst nur ganz unterschwellig drohend im Hintergrund. Doch dann kommt wieder Hocks schneidendes Spiel, dass diesen Track auseinanderreißt. Selbiges gilt auch für den finalen Song „Oblivion’s Eye“. Was als ruhige akustische Nummer beginnt, die Lookers Stimme bestens schmeichelt, die auch gerne ein bisschen ‚schräg‘ sein darf, wird wieder von schweren Sounds ertränkt, die sich wie Molasse über das feine Konstrukt legen.

Alles in allem ist „Stranger To Violence“ ein unbequemes Album, das sich in keinem der oben angeführten Genres so richtig zu Hause fühlt. Charlie Looker über sein neuestes Werk: „…It contains some of the best material I've ever written. Listen to it loud, in full, and repeatedly." Ich hab es versucht, bin aber immer wieder an den Tracks abgerutscht. Etwas für den speziellen Fan.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (23.07.2016)

WERBUNG: Hard
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