Mob Rules - Tales From Beyond

Artikel-Bild
VÖ: 18.03.2016
Bandinfo: Mob Rules
Genre: Melodic Metal
Label: SPV / Steamhammer
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

MOB RULES aus dem Norden Deutschlands, sind dem geneigten Verfasser dieser Zeiten bereits länger bekannt. Die seit 1994 dienende Formation veröffentlichte 1999 ihr erstes Album – der Rezensent verlor die Gruppe irgendwann um 2003 herum, nachdem sie mit AMON AMARTH, LORDI und ONKEL TOM (was für ein Stilkonglomerat!) [ohne kistenweise Bier ja kaum zu ertragen!; d.Korr.] die "Wacken Roadshow Tour" bestritten hatten, aus den Augen. Ein schwerer Fehler, wie sich nun rückwirkend herausstellte, haben die Wilhelmshavener doch in der Zwischenzeit fünf starke Alben rausgehauen (übrigens alle als Review hier auf Stormbringer verfügbar – just sayin'), ehe nun, 2016, verspätet „Tales From Beyond“ an die Gestade des kleinen Stormbringer-Schreiberlings gespült wurde.

Schon beim ausladenden Opener „Dykemaster's Tale“ zucken die Lauscher nach oben – im enorm epischen Riffing des auf Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ basierenden Stücks, werden durchaus ein paar Erinnerungen an die eiserne Jungfrau aus UK wach. Vielschichtige, progressive Strukturen und sparsam aber effektiv gesetzte Keyboards sorgen gleich zum Auftakt für akustischen Hochgenuss. Gleich im folgenden „Somerled“, das die Geschichte des „Sommerreisenden“ erzählt, der im 12. Jahrhundert Schotten und Wikinger einte, kehren MOB RULES ihre folkloristischen Einschläge etwas hervor und im Uptempo-Ohrwurm „On The Edge“ wird wieder in bester Euro-Powermetal-Manier dahingaloppiert.

„My Kingdom Come“ nimmt mit epischer Struktur das Tempo ein wenig heraus, ehe mit „Dust Of Vengeance“ vor dem Herzstück des Albums noch einmal ein wenig Gas gegeben wird. Der Titelsong „A Tale From Beyond“ splittet sich in drei Teile, wie man das von MOB RULES bereits von früheren Alben kennt, und sollte unbedingt am Stück genossen werden. In diesen drei Teilen fahren die Norddeutschen so ziemlich alles auf, was starker, unkitschiger Powermetal europäischer Prägung hergibt. Viele Tempiwechsel im progressiven Aufbau sorgen für Struktur, und gesanglich beweist Klaus Dirks ziemlich eindrucksvoll, weshalb sich MOB RULES im 22. Jahr ihres Bestehens durchaus in der Oberliga des melodischen Schwermetalls deutscher Bauart wähnen dürfen. Zum flotten Bonustrack „Outer Space“ darf sodann abschließend auch noch einmal ordentlich die Mähne geschüttelt werden.

Gekrönt wird das starke Scheibchen von dynamischer Produktion, die für den Hörer kaum Wünsche offen lässt. Dass ohrwurmhafte Epik, wie schon von einigen Bands vorexerziert, dank schlüssiger Arrangements auch ohne allzu großen Kitsch funktioniert, beweisen MOB RULES mit „Tales From Beyond“ ziemlich eindrucksvoll. Hänger kann man auf dem Album eigentlich keinen feststellen, höchstens den ein oder anderen Song, der dank progressiver Einschläge einen Durchlauf mehr braucht, um so richtig durchzuzünden. Der Rezensent bedauert an dieser Stelle, dieser Band in den vergangenen Jahren so wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben und wird dies nun schleunigst nachholen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Anthalerero (28.07.2016)

WERBUNG: MORE // THAN // FEST