Highlord - Hic Sunt Leones

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VÖ: 26.06.2016
Bandinfo: Highlord
Genre: Power Metal
Label: Massacre Records
Lineup  |  Trackliste

Lang, lang ists her, dass die Italiener von HIGHLORD dazu in der Lage waren, meine Wenigkeit zu überzeugen. Insbesondere die letzte Scheibe "The Warning After" war ein kompletter Griff ins Klo und konnte maximal mit extrem vorhersehbarem Songwriting punkten. Sollte sich das Ganze mit der neuen Scheibe "Hic Sunt Leones" (wörtlich übersetzt "Hier sind die Löwen") nun wieder in eine positive Richtung entwickeln? Positiv sind zumindest schon mal die zwei Gäste mit Linnea Vikström (THERION) und Apollo Papathanasio (Ex-FIREWIND) zu vermerken.

Musikalisch begrüßt man uns, wie sollte es anders sein, mit einem kurzen Intro. Prinzipiell nichts Spannendes, es ertönen ein paar symphonische Klänge, die aber zumindest nicht ZU dick auftragen. Der Opener zeigt ein relativ energisches Duett zwischen Sänger Andrea und der bereits angekündigten Linnea Vikström. Leider fällt in diesem Zusammenhang, ähnlich wie beim Vorgänger, zuerst die unterirdisch schlechte Produktion auf... Die Stimmen sind nicht gut abgemischt, wirken eher wie von einem Demotape, die Drums haben keinen Druck, versprühen eher einen gewissen Pappkartoncharme und allgemein wirkt hier einfach mal so gar nichts rund. Das macht es dem Hörer, in diesem Fall mir, unglaublich schwer, die Qualität der Musik zu bewerten. Aber auch hier sei gesagt, dass uns nichts Spannendes erwartet. Simple Strukturen, vorhersehbare Melodien und ein Chorus, der wie eine hingeschissene Bridge wirkt. "Be King Or Be Killed" schießt den Vogel leider noch weiter ab. Andrea Marchisio klingt hier allen ernstes so, als würde er gerade auf dem Lokus sitzen und pressen... Diese Umschreibung mag witzig klingen, entspricht aber den Tatsachen. Er war nie der größte Sänger, das war auch auf früheren Alben der Fall, aber man sollte sich nicht in Gefilde begeben, wo man sich überhaupt nicht wohl fühlt. Auch musikalisch spricht mich hier leider Gottes nichts an. In den Anfängen versprühte man noch einen gewissen Charme mit dieser Band, doch dieser Glanz ist schon längst abgesplittert... "Let There Be Fire" möchte ich noch kurz ansprechen, so bietet man uns hier doch den zweiten Gastauftritt mit dem guten Apollo, der mit FIREWIND immer zu überzeugen wusste. Hier wirkt er wie ein Fremdkörper, dem ein Song aufgezwungen wurde, der nicht zu seiner Stimme passt. Andrea passt sich diesem Niveau an und so liegt uns auch hier ein Stück vor, das komplett unharmonisch wirkt. Schade...

Ich kann und möchte den Rest des Albums gar nicht bewerten, weil die Kurve qualitativ eher nach unten als nach oben geht. Insbesondere die grausige Produktion und die alles andere als gelungene Gesangsperformance seitens Andrea Marchisio killen diese Platte, noch bevor sie überhaupt angefangen hat. In den frühen 2000ern waren HIGHLORD für mich noch ein netter Tipp aus dem Underground, der mir hauptsächlich mit "Medusa's Coil" viel Spaß bereitet hat, doch mittlerweile ist man nur noch ein Schatten seiner selbst und kann an diese Glanztaten nicht mal ansatzweise anknüpfen.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Sonata (02.08.2016)

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