RUN LIBERTY RUN - We Are

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VÖ: 22.07.2016
Bandinfo: RUN LIBERTY RUN
Genre: Electro Metal
Label: earMusic
Lineup  |  Trackliste

Als RUN LIBERTY RUN vor einigen Jahren noch als RUNE gegründet wurden, machte es den Anschein, als würde es für diese junge und wilde Truppe sehr schnell nach oben gehen. Erste größere Popularität erlangten die Mannen im Zuge der deutschen Ausgabe von X Factor im Jahre 2012, wo sie sogar als große Favoriten in die Liveshows gingen. Ihr moderner, elektronisch angehauchter Stil, der sich auch häufig an Dubstep-Elementen bedient hat war es, der das Publikum sofort auf ihre Seite ziehen konnte. Allerdings musste man sich doch verhältnismäßig früh gegen die späteren Gewinner von MRS GREENBIRD geschlagen geben. Sollte man nun also schneller fallen als man aufsteigen konnte? Definitiv nicht. X Factor war in frühen Jahren der Band sicherlich ein wichtiger Faktor in Sachen "Erfahrungswerte sammeln" und genau darunter sollte man das Ganze als objektiver Beobachter auch verbuchen. Es folgten kleinere Auftritte in Clubs, die Umbenennung zu RUN LIBERTY RUN und die Arbeiten am Debütalbum "We Are". Man konnte sich einen hochkarätigen Plattendeal bei earmusic an Land ziehen und so kam es, wie es kommen musste: Das Debütalbum "We Are" steht seit knapp zwei Wochen in den Regalen und hinterlässt seine Spuren.

RUN LIBERTY RUN haben sich musikalisch zumindest ein stückweit von ihren Wurzeln befreit und warten auf ihrem Debüt weder mit großartigen Dubstepelementen noch mit brutalen Screams auf. Alles wirkt etwas gediegener und dennoch gleichzeitig intelligenter komponiert. Elektronische Elemente halten natürlich nachwievor Einzug und lassen den Opener "Ashes And Dust" in einem sehr modernen Gewand erscheinen. Schöne Pianoklänge leiten das Stück ein, ehe es explosionsartig aus sich heraus geht. Sänger Schep hat eine unfassbar prägnante Stimme, die einen hohen Wiedererkennungswert mit sich bringt. In den Strophen begegnet uns der junge Mann noch verhältnismäßig ruhig und passt sich der dichten Atmosphäre an, ehe man im Refrain erneut eine nette Explosion auf den Hörer loslässt und mit einer ordentlichen Portion Energie Gänsehaut zu erzeugen weiß. Ein schönes Stück, das vor allem mit dem starken und aussagekräftigen Chorus besticht. Die Single und zugleich der Namensgeber für die Platte "We Are" begibt sich in ähnliche Sphären, hält sich beim akustischen Beginn noch merklich zurück, ehe auch hier Synthiesounds den Song vorantreiben. Prinzipiell verfolgt man das gleiche Rezept wie beim Opener: Ruhige Strophen und ein energiegeladener Refrain, der durchaus zum Mitgrölen animiert. Das mag etwas monoton klingen, stellt sich qualitativ aber sehr ordentlich dar und setzt sich sofort im Gehör fest. Als etwas ungeschickter empfinde ich die Kombination aus den zwei extrem ruhigen Songs "Where Are You Now" und "Start A Fire". Ersterer bricht zwischendurch zwar ein wenig aus seiner balladesken Haut heraus, wirkt mit zunehmender Spielzeit aber leider doch etwas ermüdend und letzterer schafft es nicht, ein paar markante Spuren zu hinterlassen, um im Gedächtnis einen Platz freizuräumen. Anders gestaltet sich das wiederum mit den zwei folgenden Nummern "C L O S E R" und "Take Me". Beide weisen ein ordentliches Tempo auf und bestechen einmal mehr mit toll inszenierten Refrains, die sich als Ohrwürmer entpuppen. Besonders hervorheben möchte ich die Gesangsleistung im letzten Chorus von "Take Me", wo der gute Schep seine Tonlage ein bisschen nach oben verschiebt und trotzdem viel Energie freizusetzen weiß. Das größte Problem zeigt sich darin, dass man es nicht schafft, über die gesamte Länge konstant zu bleiben. Die drei verbleibenden Nummern haben hier und da sicherlich ihre Daseinsberechtigung, schaffen es aber rein von der Qualität her nicht, an die besten Nummern des Albums anzuknüpfen.

So beurteile ich das Debüt der Jungs als zwiegespalten. Einerseits haut man uns Hymnen wie den Opener entgegen, andererseits drohen die Füße einzuschlafen, weil man zu sehr vom Gas geht und ein wenig das Ideenreichtum vermissen lässt. So ist "We Are" bei weitem kein schlechtes Debüt, hat aber dennoch gut Luft nach oben. Mehr von Songs wie "Ashes And Dust" und weniger von den balladesk angehauchten Songs, die irgendwie im Sande verlaufen, dann kommen wir auf einen Nenner. Im Endeffekt bewegen sich RUN LIBERTY RUN irgendwo zwischen IMAGINE DRAGONS, MUSE und COLDPLAY. Eine brisante Mischung, die ihre Daseinsberechtigung hat, am Ende des Tages aber nur an ein paar Stellschrauben drehen muss.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Sonata (06.08.2016)

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