THRAWSUNBLAT - Metachthonia

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VÖ: 17.06.2016
Bandinfo: THRAWSUNBLAT
Genre: Pagan Metal
Label: Ignifera Records
Lineup  |  Trackliste

Mit „Metachthonia“ veröffentlichen THRAWSUNBLAT, eine Gruppe engagierter Newcomer im Bereich Pagan/Black Metal aus Kanada, ihr zweites Album. Dieses steht ganz im Zeichen unserer Welt selbst: „Metachthonia“, was auf alt-griechisch so viel bedeutet, wie „Das Zeitalter nach der Zeit der Erde“ ist ein Konzeptalbum, das sich musikalisch auf die lang vergangene Zeit beruft, in der Mensch und Natur noch verbundener waren und koexistieren konnten. Diesen, man könnte es als „Weltschmerz“ bezeichnen, verpackt die Band in einer sehr melodischen Form des Pagan Metal, der die Botschaft der Band mal regelrecht hämmernd, mal sehr nachdenklich und besonnen in die Köpfe der Hörer befördert. Die Mixtur aus stimmungsvoller Thematik und einem für das Genre sehr melodischem Klangbild geben „Metachthonia“ einen ganz eigenen Touch.

Die ganze Stimmung, die „Metachthonia“ verbreiten will, lässt sich bereits mit den ersten Sekunden des Albums absehen. Der erste Song, „Fires That Light the Earth“ beginnt mit einem kurzen Streicherpart, dessen Melodie sich durch einen Großteil des Songs ziehen sollte. Obgleich ein solcher Start nicht untypisch ist, liegt dem gefühlvollen Spiel bereits jetzt eine gewisse Melancholie inne, ein Gefühl, das zur Thematik nicht besser passen könnte. Der ruhige Beginn schlägt kurze Zeit später mit kurzer Aufbauphase in ein wesentliches schnelleres, wütenderes Spiel um. Dabei zeigt sich nach dem Einsatz der Vocals auch, dass nicht diese es sind, die den Hörer primär durch die allesamt über 8 Minuten langen Songs führen. Viel mehr übernimmt diesen Part für die längsten Teile der Spielzeit die Lead-Gitarre. Diese kristallisiert sich im Gegensatz zu den Vocals stark aus dem Klangbild heraus, was einem eingängigen, oft sehr hohen Tremolo-Spiel zu verdanken ist. Mit dem Einsatz von Diesem schafft es die Band, ihrer Musik ein sehr kühles und gleichzeitig melodisches und nachvollziehbares Leitmotiv zu geben. Obwohl die Songs des Albums aus mehreren, mehr oder weniger zusammenhängenden Parts zusammengesetzt sind, verliert der Hörer nur sehr selten den roten Faden, der ihn durch das Werk der Band führt.

In diesem Zusammenhang sei jedoch auch gesagt, dass viele Übergänge zwischen den Parts besser gelöst werden hätten können. Diese klingen gerne recht abgehakt und reißen den Hörer an der einen oder anderen Stelle aus der stimmigen Klangwelt, die die Songs zu erschaffen versuchen. Besonders unangenehm fällt dies bei den Übergängen zwischen den oft vorkommenden akustischen Passagen zum musikalisch wesentlich härteren, teils stark vom Black Metal beeinflusstem Klangbild auf. Durch diesen starken, meist plötzlich auftretenden Kontrast wirken die Übergänge relativ harsch, was an anderen Stellen bereits besser klappte - so gelingen beispielsweise alleinige Tempowechsel meist sehr flüssig.

Beim längeren Durchhören des Albums fällt, neben den beschriebenen musikalischen Eigenheiten, auch die besondere Beziehung zwischen Vocals und dem instrumentalen Part des Albums auf. Hier sei zunächst gesagt, dass der Gesang auf THRAWSUNBLATs aktuellem Album sehr viel melodischer ist, als es die Musik von vielen Genrekollegen zunächst vermuten lassen. Auf „Metachthonia“ wird überraschend häufig auf Klargesang gesetzt, um bestimmte Songparts nochmals zu unterstreichen. Das Verhältnis zwischen aggressiven Screams und melodischem, fast meditativem Klargesang liegt hierbei etwa bei 50:50, wobei die gescreamten Parts meist schnell gespielten Passagen, die klaren Parts den (im Gegensatz) ruhigeren Passagen vorenthalten sind. Besonders in letzteren entsteht eine sehr interessante Harmonie zwischen Gesang und Instrumental. Der pagan gehaltene Gesang tritt hierbei etwas in den Hintergrund und verschmilzt regelrecht mit dem Rhythmus-Gitarrenspiel und gibt diesen Parts einen fast bedächtigen Touch, der musikalisch wiederum gut mit der Thematik des Albums harmoniert.

Letztendlich lässt sich über das Album folgendes sagen: Den Hörer erwartet hier eine akustische Reise in eine Welt voller Schwermut und Klagen, aber auch in eine Welt voller Schönheit und Verbundenheit mit der Natur und dem, nennen wir es dem „Ursprünglichen“. Das Album hat die eine oder andere Schwäche wie die manchmal nicht ganz lupenreinen Übergänge oder Lyrics, die etwas anders geschrieben vielleicht besser klingen würden, andererseits erinnere ich mich an wenige Alben, die mich in der Form berührt und mitgerissen haben. „Metachthonia“ ist ein in sich stimmiges, gefühlvolles musikalisches Werk, bei dem es zwar hier und da eventuell noch Verbesserungspotenzial gibt, das aufgrund seines Grundkonzeptes und dem hohen Faktor an Hingabe der Bedeutung des Wortes „Kunstwerk“ sehr nahe kommt.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Daniel Csencsics (10.08.2016)

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