Blacklands - Peaceful Shores

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VÖ: 31.05.2016
Bandinfo: Blacklands
Genre: Melodic Rock
Label: Blacklands Music
Lineup  |  Trackliste

BLACKLANDS aus Deutschland werden teilweise als Progressive Melodic Rock bezeichnet, das würde ich so nun nicht unterschreiben, aber wer sich dazu eine Meinung bilden möchte, muss wohl reinhören und sich selbst überzeugen. Dies werde ich jetzt auch mit dem neuen Album „Peaceful Shores“ (2016) machen.

Bei den Aufnahmen zum Album gab es eine Hürde für die Band, von der geschätzten Größe eines Hinkelsteins - nachdem sie bereits alles eingesungen hatte, verließ die Sängerin Moja die Band und es musste Ersatz gesucht und gefunden werden: Tanja Magolei-Schüpper ward erkoren und sie hat ihren Job äußerst fein gemacht, dazu später mehr.

„Still Bleeding“ als erster Track ist atmosphärisch, das Intro könnte genausogut der Beginn zu einem Sci-Fi-Film sein - man stelle sich vor wie man freischwebend irgendwo im All, umgeben von Weltraumschrott und kleinen grünen Männchen.. und so weiter, man kennt das ja. [Anm. d. Lekt.: Echt? Also ich schwebe selten im All...] Tanja zeigt bereits hier, dass sie ein gewaltiges Stimmpotential hat, wechselt von Harmonien in die gewollte Dissonanz und im Duett mit männlicher Begleitung verknoten sich die Stimmen äußerst abstrakt-ästhetisch. Jetzt schon ist mir klar: BLACKLANDS machen definitiv Musik für die man in einer gewissen Stimmung sein muss, manche werden in dieser Stimmung vielleicht nie sein. Jedenfalls nichts, was man andauernd und einfach so mal hören kann.

„Alone Again“ könnte es auf Ö3 spielen - eingängig, nicht besonders komplex, aber eine Melodie die ins Ohr geht, mit dem Chorgesang am Ende zeigen sie, dass sie durchaus experimentierfreudig sind. Der Song ist vorbei und ich summe weiter: „..Before I Am Your Slave, Before I Am Your Fool…lalala…“  

„The River“ - und am Anfang war das Keyboard! Wunderbar…und Tanja setzt ein, eine richtig gute Stimme, der Eindruck von ihrem Potential verstärkt sich, selbst wenn sie teilweise einer etwas komischen Melodie folgen muss. Auch an der Gitarre in diesem Song merkt man, BLACKLANDS sind durchaus fähige Musiker, da geht was. Für den Text gibt’s leider ein Minus, sehr weichgespült teilweise und flache Phrasen.

„Drown In Darkness“ fängt vielversprechend an, hält auch halbwegs, für mich der erste Song des Albums der sich richtig proggig anhört. Man tut sich teilweise etwas schwer, den ‚roten Faden‘ zu finden und daran festzuhalten, weil sie sehr wechselhaft sind und teilweise schon gewaltige Brüche drin sind, aber die Gitarre reißt „Drown In Darkness“ raus.

„Ballad Of A Burning Witch“ - So und jetzt bitte mal auf den Text hören, den Tanja da mit engelshafter und vor unschuldiger Reinheit triefender Stimme von sich gibt. Es wird im Titel schon verraten (gewarnt?) - dies ist eine Ballade. Alle die vorhaben demnächst jemanden rumzukriegen - kann man versuchen damit, muss man aber nicht.

„Distant Warning“ wartet wieder mit genialem Gitarreneinsatz auf, beim Text darf man getrost weghören, wenn man nicht von der romantischen Fraktion ist.

„Grand Circles“ ist gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie auf eine sehr spezielle Art und Weise genial. Mehr fällt mir dazu auch gar nicht ein, muss man selbst hören. Aber (und dies gilt nicht nur für BLACKLANDS): Überlänge muss nicht immer sein.

„Peaceful Shores“ - Musik die nach Dose klingt, ist ungefähr so toll, wie Essen das nach Plastik schmeckt. Noch Fragen?

„TIME“: Vielleicht ist es noch die Frustration vom Song davor, aber auch hier kann ich mich nicht begeistern, ich erwische mich beim Versuch, den Balken der die verbleibende Songdauer anzeigt mit grimmigem Anstarren gen Ende zu bewegen.
Auch „Like Tears In Your Eyes“ vergeht, ohne großen Eindruck zu schinden.

„Winter Skies“ versöhnt mich ein wenig. Auch wenn Überlänge nicht immer sein muss, hin und wieder ist es gut und passend - mit diesem Lied präsentieren BLACKLANDS ein in sich geschlossenes Werk, das man ganz allein so stehen lassen könnte.Das Einzige was den Genuss ein bisschen vergällt ist die nicht einwandfreie Qualität der Aufnahme, was auch ein Punkt ist, der in der Wertung schlagend wird: die Produktion haut mich nicht aus den Socken, leider.

Alles in Allem eine Band die Potential hat, vielleicht noch ein bisschen an „ihrem“ Ding feilen sollte, in dem Sinne dass es momentan noch hörbar an oben genanntem roten Faden fehlt. Reinhören sollten nur Jene, die gegenüber weiblichen Stimmen und sehr durchmischtem Melodic Rock (?) aufgeschlossen sind.

 



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Lee (15.08.2016)

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