Franklin Zoo - Red Skies

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: FRANKLIN ZOO
Genre: Grunge
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Ich habe eine Vorliebe für Dänisches. Schon immer gehabt! Als Kind suchte ich in den Ferien Bernstein am Strand einer kleinen Insel irgendwo vor Jütland, und ich liebe auch dänisches zuckersüßes Plundergebäck und den wunderbaren dänischen Käse aus der Tube, der bestimmt nur aus E-Nummern besteht. Apropos ‚E‘. Am meisten mag ich dänische E-Gitarren.

Als ich jetzt „Red Skies", das neueste Werk vom Kopenhagener Quintett FRANKLIN ZOO in die Hand gedrückt bekam, mit folgender Beschreibung: „… alles von BOWIE bis NIRVANA, oder NICK CAVE im Gelage mit MASTODON und SOUNDGARDEN – und nicht schlecht gemacht", da war meine Neugierde groß.

Ich hörte mir das Album ein-, zweimal an und dachte mir schon da „Oha, nice!". Dann legte ich es ein paar Tage lang weg, um mich später eingängiger damit zu befassen. Gute Entscheidung, wie sich herausstellte.

Fangen wir doch gleich ganz unkonventionell mittendrin an: „Tangled Pain", der sechste Track auf dem Album und mein persönlicher Favorit, erwischte mich eiskalt im Halbschlaf im Flieger von Wien nach Düsseldorf. Dieser Song ist wie ein enormes Rock-Pendel: schwer, bedrohlich, kraftvoll. Dazu die Stimme von Rasmus Revsbech, die sich mit den fetten Gitarren misst – großartig. Man sagt, dieser Mann habe eine der besten Stimmen in der skandinavischen Rockszene, und das überrascht nicht. Mr. Revsbech ist durchaus da oben mit z.B. SOUNDGARDENs Chris Cornell, deren/ dessen Sound auch bei FRANKLIN ZOO Einfluss nimmt.

„Never Caught", der eigentliche Einstieg ins Album gibt schon einen Vorgeschmack auf die darauffolgenden Songs. Sludgy Gitarren treffen hypnotische Drums, und schon hier zeigt Revsbech seine stimmliche Reichweite – von den leisen und klaren Klängen in den Strophen bis zum kratzigen Aufschrei in den Refrains. „No One’s Slave" folgt darauf; eine sehr schwermütige und down-tempo gehaltene Nummer, die die kryptisch-negativen Lyrics wiederspiegelt. „Burning Man", im Grunde von den Riffs her simpel gehalten, verhindert die drohende Monotonie mit einem exzellenten Gitarrensolo. Das ist der Punkt bei diesem Album: Die Kompositionen sind eingängig, überraschen aber immer wieder mit Details und Abwechslung: der Titeltrack „Red Skies" lehnt sich an den schwerfälligen ALICE IN CHAINS-mäßigen Klang an, während das darauf folgende „It’s Not Me" dann wieder den knackigen Einfluss von den FOO FIGHTERS besitzt. 

Alles in allem umhüllt dieses Album ein Hauch, ach, eine fette Lederschwarte von Wut, Schwermütigkeit und Trauer; vom Klang sowie von den Lyrics her. Ein mächtiger Sound, bestens komponiert von Revsbech und Gitarrist Daniel Hecht und sehr gut produziert von Jacob Bredahl (ehem. HATESPHERE). Trotzdem mein Rat: Cheer up a bit!

 



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Betti Stewart (26.08.2016)

WERBUNG: Hard
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