Tesla - Mechanical Resonance Live!

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: TESLA
Genre: Hard Rock
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Wir schreiben das Jahr1986. Haarspray und Kajal regieren die Musikwelt. Poser-Hardrocker wie RATT, MÖTLEY CRÜE & Co. füllen in den Staaten Arenen, klettern die Billboard-Charts hoch und frönen dem Sex, Drugs & Rock n´ Roll-Lifestyle-Klischee. Völlig unvermittelt crasht eine hemdsärmelige, authentisch wirkende Hardrocktruppe mitten ins Geschehen. TESLA, fünf Mannen aus Kalifornien, benannt nach dem berühmten Erfinder gleichen Namens rollen das Feld von hinten auf und überzeugen die mittlerweile Glam-übersättigte Klientel mit ihrem bluesbeeinflußten, ehrlich und ungehyped wirkenden Hardrock. Gitarrist Frank Hannon und seine Mannen starteten quasi von Null auf Hundert und verfügten über Songwritingkünste, denen sich die Massen kaum entziehen konnten, Hitparadeneinstieg inklusive. Auch wenn größere Charterfolge mit den Nachfolgern „The Great Radio Controversy“ und „Psychotic Supper“ erzielt wurden, so legte doch „Mechanical Resonance“ mit den tollen Uptempo-Krachern "Cumin' Atcha Live" oder „Rock Me To The Top" oder dem coolen, wahre Lebensweisheiten offenbarende "EZ Come EZ Go"  den Grundstein für den späteren Erfolg, geboostet vom Major Geffen Rec. Fesselnde Songs und packende Melodien kompensierten das Fehlen von blendendem Aussehen und Glamour jedoch mit Links. Inhaltlich drehte sich natürlich vieles um das Thema Nr. 1, die Liebe, wie etwa in „2 Late 4 Love“ oder in der Ballade „We're No Good Together", der Rest des Albums hatte teils größere bluesige Schlagseite („Gettin´ Better“), während das emotionale „Changes“ wie auch „Before My Eyes“ berührte und das feine „Love Me“ zum Mitsingen und –schunkeln einlud. Trotz aller Top-Qualität des Oeuvres schaffte es "Modern Day Cowboy" hitmäßig noch einen draufzusetzen und wurde als Single ausgekoppelt (ebenso wie das Cover „Little Suzi“).

Ein Album ohne einen einzigen Ausfall feiert heuer seinen 30. Geburtstag und zu diesem Anlaß wurde der Platinseller in seiner Gesamtheit live zum Besten gegeben. Und es ist schön zu hören, dass es die immer noch quasi in der Urbesetzung werkelnde Band (lediglich Gitarrist Tommy Skeoch ist nicht mehr mit an Bord) immer noch draufhat. Erdig und cool tönen die erfahrenen Herren, das Klassikeralbum kommt mit rauem und kernigen Livesound. Wesentliches Erkennungs- und Alleinstellungsmerkmal war und ist die spezielle Röhre von Jeff Keith, die dem Sound der Band aus Sacramento ihre ureigenen Widerhaken verlieh und zum Trademark wurde. Natürlich ist auch gute Keith keine 28 mehr, allerdings hat die orignelle Stimme des fast 58jährigen im Laufe der Jahrzehnte wenig an Strahlkraft eingebüßt. Als Draufgabe gibt es noch einen Studiobonustrauck „Save That Goodness“, der sich sehr nach DEF LEPPARD anhört. Eine genauere Recherche bestätigt dies, schließlich wurde der Song von deren Gitarrist Phil Collen geschrieben. Insofern solider Stoff, der allerdings ob seiner Reminiszenz im TESLA-Kontext nicht so recht zu schmecken vermag. Man darf hoffen, dass TESLA mit ihrem in der Mache befindlichen neuen Studiowerk an „Simplicity“ anknüpfen können, eine feine Hommage an ihre Debutveröffentlichung ist dieser Livedreher aber allemal. Wer auf urigen, authentischen und wirklich guten Hardrock steht und die Band bisher nicht kannte, sollte hier schnellstens mindestens ein Ohr riskieren!

 

 



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (25.08.2016)

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