FOUNTAINHEAD - Reverse Engineering

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VÖ: 05.08.2016
Bandinfo: FOUNTAINHEAD
Genre: Progressive Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

Hinter FOUNTAINHEAD (nicht zu verwechseln mit der irischen Rockband, der australischen Folkband oder der amerikanischen Poprockband… gibt es eigentlich noch einen Bandnamen der noch nicht vergeben ist?) versteckt sich Tom Geldschläger, am ehesten wohl aus seiner (kurzen) OBSCURA-Zeit oder verschiedenen Prog-Fusion-Projekten bekannt.

Der deutsche Ausnahmegitarrist hat mit Unterstützung namhafter Kollegen (u.a. Linus Klausenitzer, auch ein alter OBSCURA-Hase) sein zweites offizielles Studioalbum mit dem klingenden Namen „Reverse Engineering“ am Start.

Darauf beweist Geldschläger sein ganzes Können – als Gitarrist und als Songwriter. „Reverse Engineering“ ist nämlich keine seelenlose Gitarrenmasturbation, sondern wartet mit spannenden, abwechslungsreichen Songs auf.

Die erste Hälfte des Albums ist noch klassisch instrumental, wobei FOUNTAINHEAD den Bogen von der Originalität von STEVE VAI zur Rockigkeit von JOE SATRIANI spannen (Teile von „999“ oder „A Perfect Union Pt. 1“ hätten auch gut auf „Surfing With The Alien“ gepasst). Es kommt auch quasi alles vor, was so von progressiver Musik erwartet wird, also orientalische Skalen und Streicher, aber auch crunchige Rockriffs und moderne Brachialgitarren. Und so wie SATRIANI schaffen es FOUNTAINHEAD, den Gesang nicht vermissen zu lassen, mit abwechslungsreichen und dennoch eingängigen Songs.

Im zweiten Teil des Albums kommen dann Vocals dazu, wobei das vor allem bei den Tracks interessant wird, die im ersten Teil schon als Instrumentalversionen vorkommen. Sowohl „999“ als auch „A Perfect Union“ gewinnen durch den Gesang an Eingängigkeit, verlieren aber etwas an Profil, weil die instrumentalen Vorzüge in den Hintergrund treten. Das merkt man vor allem bei „A Perfect Union“, das oft stark an so manchen mit Gesang unterlegten, späteren APOCALYPTICA-Song erinnert.

„Reverse Engineering Pt. 1“ fällt im Vergleich etwas ab, vor allem durch die ziemlich stereotypen Core-Vocals mit schon zu oft gehörtem Schrei-Clean-Wechsel. Erst gegen Ende des Tracks wird es interessant, wenn die Vocals in die Höhe gehen, dann wird man an die genialen LEPROUS erinnert. Und das KING CRIMSON-Cover zum Abschluß („Model Man“) ist zwar nicht schlecht, passt aber dann doch nicht so recht zum Rest des Albums.

Wer aber beim letzten OBSCURA-Album „Akróasis“ vom Track „Weltseele“ beeindruckt war (laut Kollege Pascal Staub das „Grande Finale“ des Albums), dem wird sicher auch „Reverse Engineering“ gefallen – die Musik kommt vom Duo Geldschläger / Klausenitzer. Bei FOUNTAINHEAD musizieren die zwei mit deutlich geringerem Death Metal-Anteil, aber mit gleicher Qualität.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (30.08.2016)

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