RUNNING WILD - Rapid Foray

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VÖ: 26.08.2016
Bandinfo: RUNNING WILD
Genre: Heavy Metal
Label: SPV / Steamhammer
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

RUNNING WILD sind für mich die MOTÖRHEAD des deutschen Heavy Metal. Wie das gemeint ist, lässt sich leicht erklären: RUNNING WILD verfolgen seit dem Beginn ihrer inzwischen über 30 Jahre andauernden Karriere konstant ihren eigenen Weg, bleiben ihrem Image, ihren Gimmicks und ihrem Stil treu und schaffen es dabei, immer noch Spaß zu machen. Dementsprechend muss man der Band um „Rock ‚n‘ Rolf“ Kasparek Tribut zollen, ganz egal ob man sich für ihre Musik interessiert oder nicht.

Dieser Lobgesang ist ein Zeichen des Respekts, bedeutet allerdings nicht, dass “Rapid Foray“ ein gutes Album ist. Wenn man sich und seinen Grundsätzen nämlich gar so treu bleibt, bleibt immer die Gefahr, dass die Musik zur Routine wird und die Fans sich langweilen. Denn eines ist klar: Große Stiländerungen sind nicht zu erwarten. Und doch hat man an den Nuancen gearbeitet und bei ein paar Songs eine abwechslungsreichere und partiell auch komplexere Ausrichtung gewählt. Das eindeutigste Beispiel dafür ist das 11-minütige “Last Mohican“, wo man dem Hörer auch bei mehrmaligem Hörgenuss immer wieder einige neue Facetten präsentiert. Was man nämlich bei aller Liebe zum traditionellen, nicht zu komplexen Heavy Metal nicht vergessen darf: Die Herren sind auch gute Musiker und nicht nur treue Idealisten. Auch etwas abweichend von der Norm ist “By The Blood Of Your Heart“ mit seinen Dudelsackklängen. Scheinbar ist dieser Song auch Kaspareks Lieblingstrack auf diesem Album, was daran liegen kann, dass dieser Track eine Live-Hymne sein sollte. An Live-Hymnen mangelt es RUNNING WILD ohnehin nicht, wie man z.B. beim Titeltrack “Rapid Foray“ oder dem Ohrwurm “Into The West“ erkennen kann. Die Eingängigkeit des Dargebotenen wird sowohl bei groovigeren Stücken wie “Stick To Your Guns“, als auch bei dem dezent modernen, coolen Rocker “Hellestrified“ oder dem überraschend harten “Warmongers“ deutlich bewiesen. Zudem hat man mit “Black Bart“ noch einen weiteren kleinen Hit im Köcher.

Die meisten Leser, die mit dem Inhalt des ersten Absatzes nicht zufrieden sind, werden bemängeln, dass bei aller „Konstanz“ auch ein merkwürdiges Werk namens “Shadowmaker“ den einen oder anderen Fan vergrault hat. Ja, sogar ein paar Vorwürfe wurden laut, dass RUNNING WILD sich eben doch anbiedern. Die Qualität jenes Albums war sicherlich nicht besonders hoch, doch die Vorwürfe würde ich dennoch als haltlos zurückweisen. “Rapid Foray“ ist auch kein neues “Black Hand Inn“, doch meiner Meinung nach hat das Piratenschiff mit kleineren Kurskorrekturen wieder auf die richtige Route gefunden und die Vorgängerwerke a la “Resilient“ qualitativ deutlich übertroffen. “Rapid Foray“ macht einfach Spaß und unterhält von der ersten bis zur letzten Sekunde. Der alte Kapitän weiß eben doch noch wie er sein Schiff zu lenken hat.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (01.09.2016)

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