HELLEBORUS - The Carnal Sabbath

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VÖ: 17.06.2016
Bandinfo: HELLEBORUS
Genre: Black Metal
Label: Satanath Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

 

HELLEBORUS nennt sich die nicht mehr ganz so neue Band der Houseman-Brüder, beide bekannt und beliebt von AKHENATE und den Brutal Deathern von EXECRATION. Scheinbar ist es im Großraum Denver im amerikanischen Bundesstaat Colarado ähnlich wie in Deutschlandsberg. Jeder spielt überall mit. Gut, besser ein solches Hobby, als kleinen Kindern beim Wischerln zuzusehen und alte Damen vom Gehsteig zu schubsen.

Helleborus niger ist die Schneerose, auch Christrose, einerseits so die Band wunderschön, andererseits giftig. Wir haben es hier also mit einem listigen Dualismus zu tun. "The Carnal Sabbath" ist, nach drei Singles 2015, nun das erste Vollrund der aus Manitou Springs (oder Denver, was weiß ich) stammenden Band und steht ein wenig zwischen leicht französischem Black Metal und BEHEMOTH. Vor allem der aktuellen Phase der Letztgenannten konnten die Buben beim Schreiben und Aufnehmen wohl viel abgewinnen. So mäandern wir bei beinahe jedem Song zwischen ausladenden, bedeutungsschwangeren Mid-Tempo-Songs und plötzlich auftauchender Raserei. Das alles ist solide gemacht, vor allem das Schlagzeug weiß zu gefallen, auch wenn die beinahe jazzigen Ghostnotes und polyrhythmischen Figuren bisweilen ein wenig zu viel des Guten sind. Ein wenig rockig (!) wird man ab und an und alte CELTIC FROST / HELLHAMMER lugen auch milchigen Auges um die Ecke.

Das Album soll eine psychedelisch-anziehende Note haben, so die Jungs, respektive die PR-Hütte. Das kann man durchaus so stehen lassen. Es ist jetzt nicht so, dass HELLEBORUS hier allzuviel Neuland auftun, aber das Album ist anständig produziert, sauber eingespielt und hat auf jeden Fall Atmosphäre. Klar, auch Herr Lovecraft darf wieder mitmachen und die Titel der Songs  und ich nehme an auch deren Inhalte sind kleine dunkle Geschichten, die voller Tiefe und Bedeutung sind. Aber das ist nichts Neues im Black Metal und lieber so als anders (ich halte mich hier vage bevor ich wieder böse Blicke aus der "unpolitischen" Ecke ernte).

"The Carnal Sabbath" ist ein solides Debüt, das einen recht eigenständigen Sound hat (der Gitarrensound ist beim ersten Mal durchhören eigenartig, entwickelt sich dann aber), ein paar gute Songs und im Gegensatz zu den tausend anderen Black Metal-Veröffentlichungen jeden Monat auf eigenen Füßen stehen kann.

Hört euch nachstehend den neun-minütigen Closer des Albums an und entscheidet selbst.
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass es viel schlechteres gibt als das Debüt der Amis. Möglicherweise nicht DIE Hitscheibe, aber auf jeden Fall interessant.

 

 

 


Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (05.09.2016)

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